Fakten-Check zum jüngsten Kurs-Crash

Die positive Stimmung, die noch in den ersten Handelstagen des Jahres 2018 die Finanzmärkte beflügelt hat, ist erhöhter Vorsicht gewichen. Was dies für Anleger bedeutet.

7. Februar 2018

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Für die jüngsten Kursverluste an den Aktienbörsen gibt es einen ganzen Strauss an Erklärungen. Einmal ist das Wachstum gerade in den USA zu stark, so dass die im Grundsatz erfreuliche Situation auf dem US-Arbeitsmarkt zu steigenden Inflationsrisiken und allenfalls höheren Geldmarktzinsen führt. Andere Marktteilnehmer wiederum haben nach Jahren mit positiven Wachstumsraten vermehrt Wachstumssorgen. In den verschiedenen Kommentaren werden diese beiden Argumentationsketten bunt gemischt. Dass die Verwirrung der Anleger vor diesem Hintergrund zunimmt, liegt auf der Hand.

Wenn die Emotionen an den Finanzmärkten hochgehen und Anlageverluste drohen, lohnt es sich besonders genau die fundamentalen Voraussetzungen zu prüfen. Auch die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten zeigen, dass die Weltwirtschaft zu Beginn des neuen Jahres in einem überaus stabilen Zustand ist. Dies gilt für die Industrieländer und die Schwellenländer.

Die Voraussetzungen, dass sich dies in der unmittelbaren Zukunft nicht ändert, sind gegeben. Die Arbeitsmarktsituation verheisst Gutes für den privaten Konsum und seitens der Investitionen – gerade bei den Anlageinvestitionen – gibt es aus der Finanzmarktkrise weiterhin Aufholbedarf. Die einzelnen Unternehmenszahlen sind grossmehrheitlich erfreulich ausgefallen. Auch hier ist mit Sicherheit keine breitgefächerte Abschwächung der konjunkturellen Situation ersichtlich.

Vieles spricht dafür, dass die Ursache der jüngsten Kursverluste weniger in geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern viel eher in Gewinnmitnahmen zu suchen sind. Nach Monaten steigender Kurse und historisch tiefster Volatilitäten war eine Korrektur überfällig. Auch wenn mittel- bis langfristig wenig für deutlich tiefere Aktienbewertungen spricht, besteht die Möglichkeit einer verlängerten Phase mit erhöhten Volatilitäten und zwischenzeitlich heftigen Korrekturen.

In der Konsequenz bleiben wir an den Aktienmärkten investiert. Dabei achten wir auf eine sorgfältige Diversifikation, um titelspezifische Risiken zu minimieren. Gerade für diese Situationen halten unsere Portfolios bewusst auch defensivere Titel, die unterproportional zum Gesamtmarkt reagieren (Low-Beta Aktien).

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