Ein weltweit heisser Sommer rückt die Klimadebatte erneut in den Fokus der Finanzmärkte

Die Klimakrise setzt sich weiterhin fort. 2023 werden erneut Höchsttemperaturen gemessen. Beim Thema Klimarisiken kommt den internationalen Finanzmärkten eine zentrale Rolle zu.

26. Juli 2023

Hauptartikel Markus Spiske Tknrspuntjs Unsplash INNEN

Der Klimawandel bringt Klimarisiken mit sich doch welche Rolle kommt den Finanzmärkten zu? (Bild: unsplash.com)

Mitten in der Ferienzeit werden wir erneut daran erinnert, dass sich die Klimaerwärmung auch in diesem Jahr fortsetzt. So wurden gemäss Medienberichten im ersten Halbjahr 2023 wiederholt neue Höchstwerte für die Temperaturen weltweit gemessen. Abgesehen von der technischen Herausforderung die durchschnittliche Welttemperatur zu messen, stellt sich für uns in erster Linie die Frage, wie die Finanzmärkte mit diesem und anderen Themen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit umgehen. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass gerade beim Thema Klimarisiken den Finanzmärkten eine zentrale Rolle zukommt.

Neben einer Vielzahl von privaten Initiativen nimmt hier vor allem auch die Politik, und in ihrem Schlepptau der Regulator, einen immer stärkeren Einfluss. In der traditionell stark regulierten Bankenwelt ist es in erster Linie die Finanzierungsrolle der Finanzinstitute, die den politischen Instanzen als besonders geeignet erscheint, um einen positiven Einfluss für die Gesellschaft zu nehmen.

Der traditionelle Umgang der Finanzindustrie ist es allfällige Risiken mit einem zusätzlichen Preisschild zu versehen. Aus dieser Sicht überrascht es wenig, dass für die verschiedenen Marktteilnehmenden aus der Finanzindustrie Klimarisiken nur bedingt ein Problem darstellen. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Risiken wohl zu höheren Kosten führen müssen und werden. Für die einzelnen Akteure wird es in der Konsequenz weniger attraktiv sein, sich gegenüber diesen Risiken zu exponieren. Während sich in dieser Sache keine zwei Meinungen ergeben, liegen die Probleme an ganz anderer Stelle:

Während Jahren wurde in den höchsten internationalen politischen Gremien darüber diskutiert, was und wie in Sachen Nachhaltigkeit gemessen werden soll, ohne dabei auch nur ansatzweise auf den geringsten gemeinsamen Nenner zu gelangen. Nun hat sich in den letzten Jahren das Netto-Null-Ziel in Sachen Treibhausgas-Emissionen als zentrale Stossrichtung zur Bekämpfung der Klimaerwärmung gerade für die weltweite Finanzindustrie durchgesetzt. So hat sich auf der Basis des Pariser Klimaabkommens anlässlich der 26sten Klimakonferenz in Glasgow die sogenannte Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) gebildet. Gefangen in definitorischen Grundlagendiskussionen ist es die Überzeugung der GFANZ, dass das Ziel, nämlich die Netto-Null-Emissionen, und weder der Weg noch der Ausgangspunkt, im Fokus sämtlicher politischer und privater Initiativen stehen sollte. Auch wenn oder gerade weil dieser pragmatische Ansatz verschiedentlich als zu wenig verbindlich und konkret angesehen wurde, konnte er eine Mehrheit finden. Nach langen Jahren des politischen Diskurses bildet er jetzt die Grundlage für die Bestimmung der Klimarisiken.

Für die Finanzindustrie und vor allem auch die politischen Instanzen und Regulatoren stellt sich aber weiterhin die Frage nach dem «was» und in der Folge nach dem «wie» diese Klimarisiken gemessen werden sollen. Der Weg der Schweiz ist es, dabei nicht zum ersten Mal, dass die Spezialisten der Finanzindustrie angehalten sind ihre Lösungen einzubringen. Während kleinere Finanzinstitute vor allem auch an konkreten Umsetzungsvorgaben interessiert sind, haben grössere Institutionen oft ein Interesse an einem eigenen Weg. Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass für alle Institutionen die eigentliche Messung der Klimarisiken eine grosse Herausforderung darstellt. Ein Thema, dass uns auch in den nächsten Quartalen und Jahren begleiten wird.

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