Strafzölle verursachen Schockwellen

Auf den Aktienmärkten kam es zuletzt zu grossen Kursturbulenzen. Verursacht wurden sie auch von den Strafzöllen, die die USA für chinesische Güter erheben wollen. Aber auch sonst ist das Umfeld anspruchsvoller geworden.

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Neue Hürde bei der Güterabfertigung: Die USA wollen chinesische Waren künftig höheren Importzöllen belegen. (Bild: Unsplash/chuttersnap)

Nach einem für die Finanzmärkte ruhigen 2017 mit klaren Trends, brachte das erste Quartal 2018 eine Vielzahl von neuen Herausforderungen für Anleger. Beim Start ins neue Jahr war schon beinahe euphorisches Marktgebaren zu beobachten, doch dann brachte der Februar eine erste Zäsur.

Befeuert von der beschlossenen Steuerreform in den Vereinigten Staaten, verzeichneten gerade die Aktien an den US-Börsen deutliche Kursanstiege. Dieser Entwicklung konnten sich auch die übrigen Finanzmärkte nicht entziehen. Speziell Tech-Titel vermochten Anfang 2018 noch einmal Höchststände zu erklimmen.

Seit jenem Zeitpunkt wechseln die dominierenden Einflüsse in bunter Folge. Wir können im Wesentlichen drei Themenblöcke erkennen. Zunächst tauchen immer wieder konjunkturelle Sorgen auf: Nachdem die verschiedenen Wirtschaftsindikatoren auch zuletzt auf bemerkenswert guten Werten verharren, fürchten verschiedene Anleger ein Überhitzen der Wirtschaft und in der Folge eine steigende Inflation mit höheren Zinsen.

Rhetorische Verschärfung in den USA

Diese Sorgen kontrastieren mit gute Unternehmensnachrichten: Der Grundtenor der Unternehmenszahlen für das letzte Quartal 2017 war mehrheitlich sehr erfreulich. Selbstverständlich bestätigen auch hier die ominösen Ausnahmen die Regel. Zudem hat sich die Rhetorik in den USA verschärft: Hier ist es die angekündigte Einführung von Strafsteuern – in erster Linie für chinesische Produkte – die zuletzt wiederholt für Schockwellen an den Aktienmärkten sorgte.

Bei einer Beurteilung dieser drei Themen ist festzuhalten, dass keines wirklich neu ist. Im Gegenteil: Bereits seit längerer Zeit – spätestens seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA – werden sie an den Finanzmärkten in unterschiedlicher und wiederkehrender Form diskutiert.

Neuer Negativtrend?

Die zuletzt deutlich angestiegene Volatilität an den Finanzmärkten zeigt aber, dass diesen Themen hohe Dringlichkeit beigemessen werden muss. Auch wenn davon auszugehen ist, dass in Zukunft diese Themenblöcke den Investoren periodisch den Puls hochtreiben werden, stellt sich die Frage, ob sie wirklich als Auslöser eines anhaltenden negativen Trends an den Finanzmärkten sorgen können.

Wir rechnen nicht damit. Dies in erster Linie, weil die verschiedenen Zentralbanken, keine Hinweise auf einen abrupten Ausstieg aus der konjunkturstimulierenden Geldpolitik liefern. Und die Zentralbanken scheinen uns derzeit die mit Abstand wichtigsten Taktgeber für die Finanzmärkte zu sein.

Zwar hob die US-Fed ihren Leitzins ein weiteres Mal um ein Viertelprozent auf 1,75 Prozent an. Das wurde allerdings allgemein erwartet. Gleichzeitig wies das Institut anlässlich des jüngsten Zinsentscheides daraufhin, dass für den Rest des Jahres lediglich zwei weitere Zinserhöhungen angedacht sind. Auch für das gesamte 2019 rechnet die US-Fed mit lediglich drei weiteren Zinserhöhungen.

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