Die Baukonjunktur wurde nur leicht durch das Coronavirus gebremst

Die Bautätigkeit lag im ersten Quartal nur leicht unter dem Vorjahreswert. Es sind daher keine Preisschwankungen am Immobilienmarkt zu erwarten.

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Das Baujahr 2020 startete in der Schweiz dank der guten Witterung im Januar und Februar mit erhöhter Bautätigkeit. (Bild: Yancy in/Unsplash)

Der Schweizer Baumeisterverband hat die aktuellsten Zahlen zum Jahresbeginn 2020 publiziert. Das Baujahr 2020 startete dank der guten Witterung im Januar und Februar mit erhöhter Bautätigkeit. Der Bundesrat verhängte jedoch am 16. März einen Lockdown für die Gesamtschweiz. Diese Entscheidung brachte die Baukonjunktur umgehend ins Stocken. Aufgrund der letzten zwei Märzwochen verringerte sich der Gesamtumsatz im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2 Prozent auf knapp 4 Milliarden Franken. Der Auftragseingang sank im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent. Das erste Quartal ist saisonal bedingt allerdings immer das schwächste Quartal im Gesamtjahr. Vor diesem Hintergrund ist das erste Quartal 2020 zum Beispiel im Vergleich zur gleichen Zeitperiode 2017 besser ausgefallen.

Umsatz hat sich um 15 Prozent reduziert

Zwischenerhebungen haben gezeigt, dass sich der Umsatz schweizweit während der Lockdown-Phase (März und April) um 15 Prozent reduziert hat. Im Tessin kam die Baukonjunktur vollumfänglich zum Stillstand. Während im ersten Quartal nur 2 von 12 Wochen von den Pandemie-Massnahmen betroffen waren, ist das zweite Quartal komplett davon betroffen. Im laufenden zweiten Quartal wurden die Massnahmen schrittweise gelockert. Die Produktivität auf den Baustellen leidet aber unter den Effizienzverlusten, zu denen es wegen der Einhaltung der Schutzkonzepte kommt. Im Vergleich zu anderen Branchen scheint die Bauindustrie verhältnismässig gut durch die Corona-Krise gekommen zu sein.

Trotz Corona-Krise verzeichnete die Baubranche im ersten Quartal 2020 höhere Umsätze als in vielen Vergleichsperioden der Vorjahre. (Quelle: Bloomberg, Schweizer Baumeisterverband/Grafik: HBL Asset Management)

Um dennoch einer Bau-Rezession entgegenzuwirken, hat der Schweizer Baumeisterverband einen Fünfpunkteplan initiiert. Dieser Plan fordert die Gemeinden, Kantone und den Bund auf, Bewilligungen voranzutreiben und bestehende, laufende Bauprojekte zu beschleunigen. Laut Bauindex der Credit Suisse und des Schweizer Baumeisterverbandes dürfte der Umsatz im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent gesunken sein. Aufgrund der Lockerungen sind wir jedoch davon überzeugt, dass sich die Baukonjunktur im dritten und vierten Quartal 2020 relativ schnell erholen wird. Wir gehen davon aus, dass die Schwäche im Bausektor die Immobilienpreise kaum beeinflussen wird und erwarten keine grossen Preisschwankungen am Immobilienmarkt.