Zinsprognose Januar 2023: Leicht höhere Sätze bei mittel- bis langfristigen Laufzeiten erwartet

Die Schweizerische Nationalbank erhöhte den Leitzins zuletzt um 0,5 Prozentpunkte auf 1 Prozent. 2023 erwarten wir lediglich moderat steigende Zinsen.

4. Januar 2023

Zinsprognose 2023: Nur moderat höhere Sätze bei mittel bis langfristigen Laufzeiten

Anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung vom 15. Dezember 2022 entschied sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) für eine weitere Straffung der Geldpolitik. Die Währungshüter bekämpfen den erhöhten Inflationsdruck mit einer Anhebung des SNB-Leitzinses um 50 Basispunkte auf 1,0 Prozent. Insgesamt hat die SNB im Kalenderjahr 2022 den SNB-Leitzins somit um 1,75 Prozentpunkte angehoben (0,5 Prozentpunkte im Juni, 0,75 Prozentpunkte im September und 0,5 Prozentpunkte im Dezember).

Schweizer Zinssätze Im Vergleich

Zinssätze in Prozent auf Basis der Swiss Average Rate Overnight (SARON): Die Zinssätze verschiedener Laufzeiten sind als Folge der jüngsten Erhöhung des Schweizer Referenzzinssatzes angestiegen. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)

Die Inflation in der Schweiz war in den letzten Monaten zwar leicht rückläufig, sie verharrt aber weiterhin oberhalb des Bereichs, den die SNB mit Preisstabilität gleichsetzt. Im November betrug die Jahresteuerung basierend auf den Konsumentenpreisen 3 Prozent – im August notierte sie noch bei 3,5 Prozent. Die Kerninflation, also die Inflation ohne volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise, lag im November 2022 bei 1,9 Prozent und damit bereits unter der relevanten 2-Prozent-Schwelle.

Teuerung von rund 2 Prozent

In ihrer neuen Inflationsprognose rechnet die SNB aber auch mittelfristig mit einer Konsumenteninflation leicht über der geldpolitischen Obergrenze von 2 Prozent. Dabei verweist sie auf den stärkeren inflationären Druck aus dem Ausland und die Verbreiterung der Preiserhöhungen in den Güterkategorien des Konsumentenpreis­index. Wir teilen diese Einschätzung und rechnen 2023 mit einer hartnäckigen Teuerung von rund 2,0 Prozent.

Aufgrund der sich abschwächenden Inflationsdynamik in der Schweiz passt das HBL Asset Management seine Zinsprognose für 2023 jedoch leicht an. Wir rechnen neu im März 2023 mit einer weiteren Zinserhöhung von 25 Basispunkten (bisher 50 BP). Per Ende 2023 sehen wir den SNB-Leitzins bei 1,5 Prozent.

Die steigenden Geldmarktzinsen auf Basis der Swiss Average Rate Overnight (SARON) und darauf basierter Zins-Swaps mit verschiedenen Laufzeiten sollten in den kommenden zwölf Monaten zu einer weiteren Verflachung der Zinskurve führen. Folglich prognostizieren wir bei den mittel- bis langfristigen SARON-Swaps – und somit bei den Hypothekarzinsen – nur noch moderat höhere Zinssätze.

Artikel teilen

Bitte Marketing-Cookies akzeptieren, um diesen Inhalt anzusehen.

HBL-WebTV

Finanzmarkt-Update Oktober 2023

Bitte Marketing-Cookies akzeptieren, um dieses Video anzusehen.

Videos

27. September 2023

«Nah am Ende des Tightening-Cycle»

Die restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken lässt die Wirtschaft abkühlen. Befinden wir uns nun am Ende des Tightening-Cycles oder müssen wir mit weiteren Zinssatzerhöhungen rechnen? Mehr dazu im Video von Reto Huenerwadel, Anlagechef des HBL Asset Managements.

Bitte Marketing-Cookies akzeptieren, um diesen Inhalt anzusehen.

Bitte Marketing-Cookies akzeptieren, um diesen Inhalt anzusehen.