Baltic-Exchange-Capesize-Index ist auf ein Rekordtief gefallen
Aufgrund des Coronavirus sind die Frachtkosten auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen und Schiffsfrachtunternehmen müssen für bestimmte Routen Verluste in Kauf nehmen.
25. Februar 2020

Chinas Nachfrageschwäche beim Gütertransport wird Spuren in der Seefrachtindustrie hinterlassen wird. (Bild: Unsplash/Wolfgang Hasselmann)
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage aus China hat wegen des Coronavirus stark abgenommen. Produktionsstopps in Fabrikationsstätten und Einreiseverbote, welche die Regierung erliess, führten zu einer Schwächung der Wirtschaft. Im Gleichschritt ist der Baltic-Exchange-Capesize-Index auf ein Rekordtief gefallen.
Der Capesize-Index misst die Frachtkosten der grössten Lieferkette für Trockengüter wie zum Beispiel Eisenerz, Kohle und Getreide. Der Index notiert zum ersten Mal seit seiner Einführung im negativen Bereich. Das bedeutet, dass Schiffsfrachtunternehmen für bestimmte Routen einen Verlust in Kauf nehmen müssen. Die chinesische Volkswirtschaft gehört zu den grössten Verbrauchern von Rohstoffen, weshalb die Nachfrageschwäche beim Gütertransport ihre Spuren auch in der Seefrachtindustrie sowie beim Rohstoffhandel hinterlassen wird.
Baltic-Exchange-Capesize-Index

Baltic-Exchange-Capesize-Index in Punkten: Das Handelsbarometer notiert zum ersten Mal seit seiner Einführung im negativen Bereich. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)
Es ist nicht ausser Acht zu lassen, dass vier der fünf weltweit grössten Handelshäfen nach Containerumschlag in China domiziliert sind. Nach Umfrageergebnissen sind die Kapazitätsauslastungen der chinesischen Häfen gegenwärtig rund 20–50% tiefer als der Durchschnitt. Sofern die chinesischen Fabriken wieder öffnen, sind wir überzeugt, dass der Einbruch der Wirtschaftsaktivität kompensiert werden kann. Sollte der Shutdown allerdings länger andauern, wird das Coronavirus längerfristige Spuren hinterlassen.
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