Zinserwartungen und Bankenkrise lassen den Goldpreis in die Höhe schiessen

Gold gilt in unsicheren Zeiten als sichere Anlage. Aktuell sorgen die Zinserwartungen, der schwache Dollar und die globale Bankenkrise beim Edelmetall für höhere Preise.

4. Mai 2023

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Die Volatilität beim Goldpreis ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Aktuell notiert er auf einem Rekordwert von USD 2075 pro Unze. (Bild: Zlataky / unsplash.com)

Der jüngste Höhenflug liess das Gold fast auf das historische Allzeithoch von 2075 Dollar pro Unze steigen. Dafür verantwortlich waren verschiedene Faktoren. Zunächst die Zinserwartungen: Die US-Notenbank Fed scheint bei der Inflationsbekämpfung Fortschritte zu machen. Die Anlegerinnen und Anleger gehen deshalb davon aus, dass die Fed weitere Zinserhöhungen aussetzen und früher als bisher erwartet zu Zinssenkungen übergehen könnte. Gold gilt weithin als Währung, die keine Zinszahlungen oder andere Cashflows abwirft. Daher war die Korrelation von Goldpreis- und Zinsentwicklung in der Vergangenheit in der Regel negativ.

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Goldpreis in CHF/USD (links) und USD in CHF (rechts): Goldpreis (Quelle/Grafik: HBL Asset Management)

Auch Gold und Dollar waren in der Vergangenheit negativ korreliert. Der Grund: Das Edelmetall wird meistens in Dollar gehandelt und Anlegerinnen und Anleger müssen bei einem schwachen Dollar für die gleiche Menge Gold mehr bezahlen als bei einem starken Dollar. Letztlich spielen auch psychologische Faktoren eine Rolle. Wenn die Menschen das Vertrauen in die Leitwährungen verlieren, kaufen sie Gold. Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank und einer Handvoll anderer Institute im März 2023 erschütterte das Vertrauen in das US-Finanzsystem und den Dollar, was die Goldnachfrage somit verstärkte.

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