Wegen höherer Inflation im EU-Raum verliert der Euro gegenüber dem Franken an Wert

Der nominale Wechselkurs von Euro und Franken hat sich wie im Lehrbuch verändert. Real gesehen stellt sich das Kräfteverhältnis der beiden Währungen aber anders dar.

6. Januar 2022

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Ökonomische Theorie im Alltag: Ein Big Mac ist auf der ganzen Welt identisch und sollte gemäss Kaufkraftparitätsgesetz überall gleich viel kosten. (Bild: Adobe Stock)

Das Gesetz der Kaufkraftparität besagt, dass der Preis für ein identisches Gut in verschiedenen Ländern und Währungen der gleiche sein sollte. Daraus folgt wiederum: Eine Währung mit hoher Inflation sollte abwerten, eine Währung mit tiefer Inflation aufwerten. Dieses Phänomen lässt sich anhand des Euro-Franken-Wechselkurses bestens beobachten.

Während die aktuelle Teuerungsrate (im Jahresvergleich) in der Eurozone knapp 5 Prozent beträgt, fällt sie in der Schweiz mit 1,5 Prozent deutlich tiefer aus. In der Folge hat der Euro gegenüber dem Franken nominal an Wert eingebüsst: Er ist von 1.08 Franken im Januar 2021 auf 1.04 Franken im Dezember 2021 gefallen. Doch  real, also unter Einbezug der Inflationsunterschiede, hat sich der Wechselkurs nur wenig verändert.

Die Schweizerische Nationalbank erachtet deshalb den Franken zwar weiterhin als «hoch bewertet», sie kann aber mit den jüngsten Kursbewegungen gut leben. Das kann offenbar auch die Schweizer Industrie – der letzte Anstieg des Frankens gegenüber dem Euro führte jedenfalls zu keiner nennenswerten Reaktion seitens der Wirtschaft.

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1 EUR in CHF: Die europäische Gemeinschaftswährung hat gegenüber dem Franken wegen höherer Inflation an Wert eingebüsst. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)

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