Das Volumen von «Green Bonds» in Schweizer Franken wächst weiterhin dynamisch

Die Nachfrage übersteigt bei «grünen Anleihen» weiterhin das Angebot – in der Folge kommt es zu einem negativen Renditeaufschlag gegenüber konventionellen Anleihen.

26. Juli 2023

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Immer mehr Emittenten unterstreichen eine glaubwürdige Umweltstrategie mit einer verstärkten Präsenz - und das Angebot stösst auf eine wachsende Nachfrage. (Bild: Adobe Stock)

Ein Emittent kann mit einem Green Bond wie mit klassischen Anleihen Geld am Kapitalmarkt aufnehmen. Das mit diesem «grünen Anleihen» aufgenommene Geld kann jedoch nicht frei verwendet werden, sondern darf ausschliesslich für Projekte eingesetzt werden, die positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Das Risikoprofil eines Green Bonds, einschliesslich Kurs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko, gleicht dem einer konventionellen Anleihe desselben Emittenten.

Obwohl der Markt für grüne Anleihen in der Schweiz noch vergleichsweise klein ist, hat er in den letzten Jahren aufgrund der zunehmenden Klimadebatte überproportional an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Emittenten unterstreichen eine glaubwürdige Umweltstrategie mit einer verstärkten Präsenz - und das Angebot stösst auf eine wachsende Nachfrage, denn immer mehr Investoren sind bereit, ein sauber klassifiziertes und nachhaltiges Angebot konsequent anzunehmen.

Green Bonds

Ausstehendes Volumen CHF Green Bonds (in CHF Mia.): Das ausstehende Volumen von CHF Green Bonds hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. (Quelle: Bloomberg, HBL/Grafik: HBL Asset Management)

Auch die Schweizer Eidgenossenschaft hat im Jahr 2022 erstmals einen Green Bond im Wert von über 1.4 Milliarden Schweizer Franken emittiert. Derzeit belaufen sich die ausstehenden Green Bonds am Schweizer Kapitalmarkt insgesamt auf rund 24 Milliarden Schweizer Franken, was knapp 5 % des gesamten Volumen im Swiss Bond Index AAA-BBB entspricht. Das Wachstum setzt sich auch im laufenden Jahr fort, mit bisher 24 Neuemissionen von Green Bonds im Wert von 4.4 Milliarden Schweizer Franken. Interessanterweise weisen grüne Anleihen im Durchschnitt eine etwas niedrigere Rendite als herkömmliche Obligationen auf.

Dieses Phänomen wird als «Greenium» bezeichnet. Aufgrund der hohen Nachfrage und des begrenzten Angebots an grünen Anleihen kann trotz des identischen Ausfallrisikos ein Renditeunterschied entstehen. Der Greenium-Wert liegt in der Schweiz derzeit im Schnitt bei etwa 3-4 Basispunkten. Innerhalb der Sektoren zeigen sich aber deutliche Unterschiede. So liegt der Renditeunterschied im Immobiliensektor beispielsweise deutlich tiefer als im Automobilsektor.

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