Im Krisenmodus – Wenn sich Aktien und Obligationen im Gleichschritt entwickeln

In Krisenzeiten fallen die Preise von Obligationen in ähnlichem Ausmass wie diejenigen von Aktien. Entsprechend steigt infolgedessen auch die Korrelation der beiden Anlageklassen.

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Entwicklung während der Coronavirus-Krise: Die Korrelation zwischen dem Aktienindex S&P 500 und 10-jährigen Staatsanleihen der USA ist auf einen Wert von 0,8 angestiegen. (Bild: scaliger / Adobe Stock)

In der jüngsten Vergangenheit konnte an den Finanzmärkten festgestellt werden, dass vor allem in Zeiten von grosser Unsicherheit und geringer Visibilität über die weitere Entwicklung auf den Märkten die Korrelation zwischen Obligationen- und Aktienanlagen ansteigt.

Diese Entwicklung war auch während der Coronavirus-Krise zu beobachten. Die Korrelation zwischen dem Aktienindex S&P 500 und 10-jährigen Staatsanleihen der USA ist auf einen Wert von 0,8 angestiegen. Diesen Wert hatten wir zuletzt im Herbst 2015 und während der Finanzkrise 2007/08 erreicht. Die Masszahl der Korrelation von 1 deutet auf eine stark zusammenhängende Wertentwicklung hin, wobei ein Wert von 0 einer unabhängigen Wertentwicklung entspricht. 

Korrelation von Aktien und Staatsanleihen

Die Korrelation von S&P500 und 10-jährigen US-Staatsanleihen notierte in der Corona-Krise ähnlich hoch wie in der Finanzkrise 2008. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)

Konkret heisst das, dass wenn Aktienmärkte stark nach unten korrigieren, sich Obligationenanlagen dieser Entwicklung nicht entziehen können. Aktuell ist die Korrelation wieder klar unter 0,5, was auf einen mittelstarken Zusammenhang und damit auf eine Normalisierung der Finanzmärkte hindeutet. In Zeiten von Negativzinsen dürften die Renditeaussichten für Obligationenanlagen unter Druck bleiben. Auch konnte sich der Stabilitätscharakter von Obligationen während der Krise nicht durchsetzen. Wir favorisieren daher weiterhin Aktienanlagen gegenüber festverzinslichen Wertpapieren. 

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