Rohölmarkt Warum sich das Preisgefüge für das schwarze Gold langfristig verändern wird
Eine Rückkehr der Rohölpreise auf das Niveau vor der Corona-Krise kann noch lange auf sich warten lassen. Das hat auch mit den veränderten Lebensgewohnheiten zu tun.
28. August 2020

Die im August 2020 ausgelaufenen Förderbeschränkungen der Ölförderstaaten werden das Angebot nach dem schwarzen Gold ausweiten lassen. (Bild: Unsplash.com/grantdurr)
Nach dem Preiszerfall im April scheint sich der Ölpreis von einem Fass der Nordseesorte Brent gegenwärtig in der Preisspanne zwischen 40 und 50 Dollar stabilisiert zu haben. Wer auf eine rasche Erholung hin zu den Niveaus wie vor der Corona-Krise hofft, dürfte sich wohl noch länger in Geduld üben müssen. Der Ölpreis wird in der Regel durch Angebot und Nachfrage bestimmt.
Vorkrisenniveaus nicht wieder erreicht
Ölpreis in USD pro Fass

Die Preiserholung auf dem Rohölmarkt ist unter anderem auf die Erwartung einer raschen wirtschaftlichen Entspannung zurückzuführen. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)
Die vorübergehende Erholung ist auf die Erwartung einer wirtschaftlichen Entspannung und den schwachen US-Dollar zurückzuführen. Weltweit steigende Covid-19-Neuinfektionen, verschärfte Einschränkungen im Reise- und Fernverkehr sowie die eher schleppend verlaufende wirtschaftliche Erholung lassen diese Hoffnung aber schwinden.
Auch die pandemiebedingten Veränderungen der Lebensgewohnheiten wie beispielsweise Home-Office oder das stärkere Bewusstsein nach Umweltschutz dürften die Ölnachfrage mittel- bis langfristig gesehen strukturell verändern. Zudem liefen im August einige der von den Ölförderstaaten OPEC+ vereinbarten Förderbeschränkungen aus – also wird das Angebot nach dem schwarzen Gold kurzfristig ausgeweitet und die ohnehin schon übervollen Öllager werden sich weiter füllen. Ein signifikanter Preisanstieg auf dem Ölmarkt rückt so in weite Ferne.
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