Obligationen als stabilisierender Baustein im Portfoliokontext – mehr als nur Rendite zählt
Beim Investieren steht oft die Rendite im Vordergrund, doch entscheidend ist das Zusammenspiel der Anlageklassen im Gesamtportfolio. Obligationen spielen dabei eine zentrale Rolle.
4. Juni 2026

Die Zinspolitik der Schweizerischen Nationalbank hat auch einen Einfluss auf die Entwicklung von Obligationenrenditen. (Bild: ZVG)
Obligationen werden häufig als defensiver Bestandteil eines Portfolios betrachtet. Ihr eigentlicher Nutzen liegt jedoch weniger in der absoluten Rendite, sondern in ihrer Wirkung auf das Gesamtportfolio. Besonders relevant ist die oft tiefe oder sogar negative Korrelation zu Aktien. In Phasen fallender Aktienmärkte können Obligationen Verluste abfedern und damit die Gesamtschwankung eines Portfolios deutlich reduzieren. Gerade in Stressphasen zeigt sich dieser Diversifikationseffekt, wenn Stabilität wichtiger wird als kurzfristige Rendite.
Zusätzlich bieten Fremdwährungsobligationen interessante Diversifikationsmöglichkeiten. Sie ermöglichen den Zugang zu höheren Zinsniveaus, etwa beim US-Dollar oder Euro und zu attraktiveren Kreditprämien in Schwellenländern. Damit lassen sich zusätzliche Renditequellen erschliessen, allerdings verbunden mit Währungsrisiken, die sich wiederum aktiv steuern lassen.

Historischer Renditevergleich zwischen US-Staatsanleihen und Aktienanlagen (in Prozent): In den letzten 20 Jahren verliefen die Renditen von US-Staatsanleihen und US-Aktienanlagen in der Tendenz gegenläufig. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 29.05.2026)
Gerade im Schweizer Marktumfeld wurde die Bedeutung von Obligationen Obligationen als stabilisierender Baustein im Portfoliokontext – mehr als nur Rendite zählt Beim Investieren steht oft die Rendite im Vordergrund, doch entscheidend ist das Zusammenspiel der Anlageklassen im Gesamtportfolio. Obligationen spielen dabei eine zentrale Rolle. besonders sichtbar. Die Phase, in der die Schweizerische Nationalbank den Leitzins in den negativen Bereich gesenkt hat, hatte gezeigt, dass Obligationen trotz tiefer Zinsen im Portfoliokontext eine wichtige Rolle behalten. Neben der Stabilisierung konnten sie teilweise auch von Kursgewinnen durch sinkende Renditen profitieren. Gleichzeitig wurde klar, wie wichtig ein konsequentes Durationsmanagement in einem solchen Umfeld ist.
Entscheidend ist, Obligationen nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext des Gesamtportfolios. Sie sind weniger Renditetreiber als vielmehr ein Stabilitätsanker, der die Schwankungen reduziert und die Robustheit der Strategie erhöht.
Am Ende bleibt Diversifikation der zentrale Erfolgsfaktor. Eine breite Streuung über Anlageklassen, Regionen und Währungen sowie ein langfristiger Anlagehorizont bilden die Grundlage einer robusten Anlagestrategie, in der Obligationen ihre stabilisierende Wirkung zeigen können.
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