Jeden Tag dieselben Fragen – und doch nie dieselben Antworten
Neuemissionen, Marktliquidität und Zinsrisiken: Wer in Schweizer Unternehmensanleihen investiert, sollte mehr beachten als nur den Coupon. Wir suchen täglich nach Antworten auf genau diese Fragen.
4. Juni 2026

Visual der aktuellen Headline-Kampagne auf LinkedIn für den Obligationen des HBL Asset Managements.
Wer in Schweizer Unternehmensanleihen investiert, leiht Unternehmen Geld und erhält dafür Zinsen. Doch hinter einer Obligation steckt deutlich mehr als nur ein fixer Coupon. Entscheidend ist, wie sich Kreditrisiken, Zinsen und die Marktliquidität entwickeln. Genau hier liegt der Unterschied zwischen passivem Investieren und aktivem Management. Vereinfacht gesagt beschäftigen wir uns täglich mit drei zentralen Fragen: Werden wir für das eingegangene Kreditrisiko ausreichend entschädigt? Wie entwickeln sich die Zinsen? Und wo ergeben sich Chancen durch Marktbewegungen und Liquidität?
1) Das Kreditrisiko:
Anleger erhalten nur dann einen attraktiven Mehrertrag, wenn sie für das Risiko eines Unternehmens angemessen entschädigt werden. Besonders interessant sind dabei Neuemissionen. Wenn ein Unternehmen erstmals oder erneut eine Obligation am Schweizer Kapitalmarkt platziert, wird Investoren häufig eine sogenannte Neuemissionsprämie angeboten. Das Unternehmen bezahlt dabei bewusst einen leicht höheren Zins, um genügend Nachfrage für die neue Anleihe zu schaffen. Für Anleger können sich daraus attraktive Opportunitäten ergeben. Aktuell treten beispielsweise auch internationale Unternehmen wie Amazon am Schweizer Franken Kapitalmarkt auf und sorgen regelmässig für grosses Interesse bei institutionellen Investoren.
2) Die Zinsen:
Deren Entwicklung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wertentwicklung von Obligationen. Steigen die Renditen am Markt, fallen in der Regel die Kurse bestehender Anleihen. Sinken die Renditen, profitieren Obligationen häufig von Kursgewinnen. Dabei spielt die Laufzeit eine entscheidende Rolle: Langfristige Anleihen reagieren deutlich stärker auf Zinsbewegungen als kurzfristige. Entsprechend wichtig ist es, die sogenannte Duration eines Portfolios aktiv zu steuern. Aktuell sorgen Diskussionen rund um Inflation, Staatsverschuldung und geopolitische Risiken immer wieder für Unsicherheit an den Zinsmärkten. Viele dieser Sorgen erscheinen aus heutiger Sicht jedoch teilweise übertrieben, insbesondere in der Schweiz, wo Inflation und Wirtschaftsentwicklung weiterhin vergleichsweise stabil sind. Gerade solche Marktphasen schaffen immer wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten.

CHF-Zinskurve per Ende Mai 2026 (in Prozent): Die Zinssätze für Schulden mit verschiedenen Laufzeiten in Schweizer Franken zeigen derzeit eine Kurve mit einer positiven Steigung. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 29.05.2025)
3) Die Marktliquidität:
Nicht jede Obligation wird gleich aktiv gehandelt. Während grosse Emissionen oft sehr effizient bewertet sind, können kleinere oder weniger liquide Anleihen zeitweise attraktive Preisunterschiede aufweisen. Solche Marktineffizienzen entstehen beispielsweise dann, wenn institutionelle Anleger grössere Positionen kaufen oder verkaufen müssen. Aktive Fondsmanager können solche Situationen gezielt nutzen, etwa durch opportunistische Käufe oder sogenanntes Flow Trading. Gerade im Schweizer Obligationenmarkt, der im internationalen Vergleich relativ klein ist, ergeben sich dadurch regelmässig interessante Chancen. Ein aktiv verwalteter Obligationenfonds kann diese drei Hebel gezielt nutzen. Neuemissionen sind oftmals zu attraktiveren Konditionen erhältlich als später am Sekundärmarkt. Zinsrisiken lassen sich aktiv steuern und Marktineffizienzen können konsequent genutzt werden. Hinzu kommt, dass innerhalb des Fonds keine Stempelsteuer auf Transaktionen anfällt, was flexibleres Handeln ermöglicht. Entscheidend bleibt dabei stets ein diszipliniertes Risikomanagement und eine konsequente Fokussierung auf das Verhältnis von Risiko und Ertrag.
Das alles klingt nach viel Aufwand – und das ist es auch. Hinter einem erfolgreichen Obligationenfonds steckt deutlich mehr als das Sammeln von Coupons. Jeden Tag stellen wir uns dieselben drei Fragen und versuchen, für unsere Anleger attraktive Renditen zu erzielen, ohne dabei das Risikomanagement aus den Augen zu verlieren.
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Telefon 062 885 15 15.
29. April 2026
«E-Mobilität hat einen Boost erhalten»
Die Ölfrage bleibt wegen des Iran-Kriegs das dominierende Thema an den Märkten. Die Verkehrswege passten sich ein wenig an und die Nachfrage verändere sich. «Bereits jetzt erhält man den Eindruck, dass die E-Mobilität durch die Krise einen Boost erhalten hat», sagt Reto Huenerwadel, Leiter des HBL Asset Managements, im aktuellen Finanzmarkt-Video. Insgesamt habe die Krise aber keine grossen Auswirkungen auf die Finanzmärkte.
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