Künstliche Intelligenz – ein Ökosystem mit Fragezeichen

Die KI-Revolution ist in vollem Gang – Milliarden fliessen in Modelle, Chips und Rechenzentren. Doch wie nachhaltig ist das Zusammenspiel dieser neuen Wertschöpfungskette?

29. April 2026

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Vernetzung dank offener Modelle: Darstellung einer durch künstliche Intelligenz vernetzten Welt, wie sie sich der US-Chip-Gigant Nvidia vorstellt. (Bild: Nvidia)

Noch nie wurde so viel Kapital in so kurzer Zeit in eine Technologie investiert, deren langfristige Ertragskraft zwar vielversprechend, aber noch nicht vollständig bewiesen ist. Bemerkenswert ist dabei, dass ein Teil dieses Wachstums aus eng miteinander verknüpften Investitionen und Aufträgen entsteht – ein Kreislauf, der Volumen und Dynamik innerhalb des Systems zusätzlich antreibt. 

Als Beispiel dafür, wie die KI-Wertschöpfung gegenwärtig funktioniert, dienen zwei aktuelle Deals: Nvidia hat angekündigt, bis zu USD 100 Mia. in OpenAI zu investieren, um den Aufbau von Rechenzentren zu finanzieren, deren Stromverbrauch ganze Städte mit Energie versorgen könnte. OpenAI verpflichtet sich im Gegenzug, diese Infrastruktur mit Millionen von Nvidia-Chips auszustatten. Nur wenig später folgte ein ähnlicher Schritt: OpenAI ging eine Partnerschaft mit AMD ein, um Chips im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar einzusetzen – und könnte im Zuge dessen zu einem der grössten Aktionäre von AMD werden.

Grafik Ai

Die «AI Money Machine» (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)

Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, folgt dennoch einer klaren industriellen Logik. Grosse Technologieunternehmen wie Microsoft investieren Milliarden in KI-Modelle und Cloud-Plattformen. Diese Mittel ermöglichen es Unternehmen wie OpenAI, ihre Systeme weiterzuentwickeln – benötigen dafür aber enorme Rechenleistung. Diese wird durch spezialisierte Chips, sogenannte Grafikprozessoren (GPUs), bereitgestellt, in denen Nvidia aktuell eine dominierende Stellung einnimmt. 

Die Infrastruktur wird über Cloud-Plattformen zugänglich gemacht, auf denen Unternehmen weltweit KI-Anwendungen entwickeln und nutzen. So entsteht ein eng vernetztes Ökosystem, in dem Kapital, Technologie und Nachfrage ineinandergreifen und sich gegenseitig verstärken.

Das Potenzial ist erheblich und viele sehen darin die Grundlage für die nächste industrielle Entwicklungsstufe. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Voraussetzung entscheidend: Die Nachfrage muss zunehmend ausserhalb dieses Systems entstehen. Unternehmen und Konsumenten müssen bereit sein, für KI-Anwendungen zu bezahlen.

Für Anleger bedeutet das: Die Chancen liegen insbesondere bei Infrastruktur und Plattformen. Entscheidend wird jedoch sein, ob sich die hohen Investitionen langfristig in nachhaltige Erträge übersetzen lassen.

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29. April 2026

«E-Mobilität hat einen Boost erhalten»

Die Ölfrage bleibt wegen des Iran-Kriegs das dominierende Thema an den Märkten. Die Verkehrswege passten sich ein wenig an und die Nachfrage verändere sich. «Bereits jetzt erhält man den Eindruck, dass die E-Mobilität durch die Krise einen Boost erhalten hat», sagt Reto Huenerwadel, Leiter des HBL Asset Managements, im aktuellen Finanzmarkt-Video. Insgesamt habe die Krise aber keine grossen Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

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