Börsendebut SpaceX: Folgt auf den Börsenstart bald die Ernüchterung?
Der grösste Börsengang der Geschichte sorgte für Begeisterung. Doch hinter den hohen Erwartungen stehen gewaltige Ausgaben – zahlen sie sich aus?
1. Juli 2026

SpaceX vereint drei sehr unterschiedliche Geschäfte. Beim Raketenbau ist das Unternehmen weltweit führend. (Bild: SpaceX auf Unsplash)
Am 12. Juni 2026 wagte SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, den grössten Börsengang aller Zeiten. Das Unternehmen nahm dabei rund 75 Milliarden Dollar ein. Bemerkenswert ist auch das Umfeld: Nach Jahren, in denen kaum grosse Firmen diesen Schritt wagten, ist der Markt wieder in Bewegung. Das ist erfreulich, denn es eröffnet Anlegerinnen und Anlegern neue Möglichkeiten. SpaceX ist dabei erst der Anfang – auch die bekannten KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI dürften folgen.

Aktienkurs (in USD) und Handelsvolumen (in Mio. USD) von SpaceX seit dem Börsengang: Der Aktienkurs von SpaceX ist kurz nach Handelsstart bei hohen Volumen zuerst deutlich gestiegen und dann wieder zurückgekommen auf tiefere Niveaus. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 26.06.2026)
Eine Firma, verschiedene Geschäfte
Doch was steckt hinter der Firma? SpaceX vereint drei sehr unterschiedliche Geschäfte. Das erste sind wiederverwendbare Raketen: Hier ist SpaceX weltweit führend und der Konkurrenz um Jahre voraus. Das zweite ist Starlink, ein Internet über Satelliten, das inzwischen über zehn Millionen Kundinnen und Kunden zählt – ein rasch wachsendes und bereits profitables Geschäft. Das dritte ist seit Anfang 2026 die künstliche Intelligenz (KI): SpaceX betreibt eigene Rechenzentren, einen Chatbot und vermietet Rechenleistung an andere KI-Firmen, darunter Anthropic.
Die hohe Bewertung von SpaceX stützt sich weniger auf die Raketen als auf die Hoffnungen im KI-Geschäft. Künstliche Intelligenz verlangt riesige, teure Rechenzentren, die zu einem grossen Teil mit Schulden finanziert werden. SpaceX investiert Milliarden und nahm kurz nach dem Börsengang weitere rund 25 Milliarden Dollar an Schulden auf; trotz stark steigender Einnahmen schrieb das Unternehmen 2025 unter dem Strich einen Verlust. Dasselbe Muster – gewaltige Ausgaben und Schulden für den Ausbau der Rechenzentren – prägt auch Anthropic und OpenAI. Die entscheidende Frage lautet: Zahlen sich diese Investitionen am Ende aus?
Starke Kursschwankungen
Unsere Einschätzung: Das Kerngeschäft mit Raketen und Satelliten ist stark und kaum zu kopieren. Doch der Aktienkurs setzt bereits sehr viel künftigen Erfolg voraus und das KI-Geschäft bleibt teuer und ungewiss. Entsprechend stark schwankte die Aktie seit dem Start. Die entsprechenden Handelsvolumen waren hoch und gingen vor allem auf Privatanleger zurück. Gerade ihnen raten wir nicht alles auf einen einzelnen, gefragten Titel zu setzen, sondern das Geld auf viele Anlagen zu verteilen. Eine breite Streuung federt Rückschläge ab – und bleibt der beste Schutz, falls aus grossen Hoffnungen einmal Enttäuschungen werden.
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1. Juli 2026
«Aktien sind gut gelaufen»
Der Krieg in Iran hatte im ersten Halbjahr 2026 nur zeitweise einen Einfluss auf die Aktienmärkte. «Wichtig war, dass man dabeigeblieben ist, und dass man diversifiziert war», sagt Reto Huenerwadel, Leiter HBL Asset Management und Anlagechef der Hypothekarbank Lenzburg. Fürs zweite Halbjahr 2026 seien die Zwischenwahlen in den USA im Fokus und die Geldpolitik der Zentralbanken.
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