Festhypotheken: Warum der Risikoaufschlag wichtiger ist als der Leitzins
Der Zins einer Festhypothek setzt sich aus dem risikolosen Marktzins und dem bankseitigen Aufschlag zusammen. Nach einer Abwärtskorrektur sind die heutigen Sätze für Kreditnehmer wieder attraktiver.
1. Juli 2026

Der Haustraum für junge Familien steht und fällt mir der Finanzierung. Die Risikoaufschläge für Hypothekarkredite sind derzeit tiefer als in der Negativzinsphase. (Bild: Adobe Stock)
Der erste Bestandteil einer Festhypothek ist der risikolose Zinssatz. Er orientiert sich an den Erwartungen über die zukünftige Zinsentwicklung und wird massgeblich durch die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank beeinflusst. Vereinfacht gesagt, entspricht diese Komponente dem über die jeweilige Laufzeit erwarteten SARON-Satz und bildet die Basis für die Preisbildung von Festhypotheken.
Die zweite Komponente ist der Aufschlag der Bank – häufig als Risikoprämie bezeichnet. Darin enthalten sind vor allem die Ausfallrisiken für die Bank aber auch die Refinanzierungskosten sowie die Marge des Instituts. Zieht man vom durchschnittlichen Zinssatz für neu abgeschlossene fünf- und zehnjährige Festhypotheken den entsprechenden risikolosen Marktzins ab, lässt sich die Entwicklung dieses Aufschlags nachvollziehen.

Entwicklung der Risikoprämien für HypothekenDie Risikoprämie für fünf- und zehnjährige Hypothekarkredite haben sich in der Schweiz seit der Negativzinsphase zurückentwickelt. (Quelle: SNB/Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 30.04.2026)
Seit 2021 leicht erhöht
Unsere Auswertung zeigt, dass sich dieser Aufschlag seit 2021 leicht erhöht hat. Ein wesentlicher Grund dürften strukturelle Anpassungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS gewesen sein. Dadurch hat sich der Wettbewerb im Schweizer Hypothekarmarkt vorübergehend stark verändert.
Tiefer als in Negativzinsphase
Im langfristigen Vergleich bewegt sich der Aufschlag jedoch weiterhin in einer Bandbreite von rund 1 bis 2 Prozent. Werte von über 1,5 Prozent waren insbesondere während der Negativzinsphase zu beobachten. Vor diesem Hintergrund erscheinen die heutigen Niveaus nicht aussergewöhnlich hoch. Vielmehr spricht einiges dafür, dass sich die Aufschläge in einem Umfeld stabiler Kapitalmarktzinsen auf dem aktuellen Niveau einpendeln.
Für Eigenheimbesitzer bedeutet dies: Wer heute eine Festhypothek abschliesst, sichert sich zwar nicht die tiefsten Aufschläge der Vergangenheit, bewegt sich historisch betrachtet jedoch in einem durchaus normalen Marktumfeld.
Zinssätze für Hypothekarkredite
Mehr Zinssätze für Hypotheken auf der Webseite der Hypothekarbank Lenzburg.
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1. Juli 2026
«Aktien sind gut gelaufen»
Der Krieg in Iran hatte im ersten Halbjahr 2026 nur zeitweise einen Einfluss auf die Aktienmärkte. «Wichtig war, dass man dabeigeblieben ist, und dass man diversifiziert war», sagt Reto Huenerwadel, Leiter HBL Asset Management und Anlagechef der Hypothekarbank Lenzburg. Fürs zweite Halbjahr 2026 seien die Zwischenwahlen in den USA im Fokus und die Geldpolitik der Zentralbanken.
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