Zinsprognose Schweiz: Mehr Inflation, aber keine Zinssorgen

Der SNB-Leitzins dürfte 2026 bei 0 Prozent verharren. Trotz eines Anstiegs der Inflation sehen wir keine Anzeichen für eine bevorstehende Straffung der Geldpolitik.

1. Juli 2026

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Die Schweizerische Nationalbank (im Bild der Sitz in Bern) rechnet 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von 1 Prozent in der Schweiz. (Bild: ZV)

Mit ihrer jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung bestätigt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Kurs der ruhigen Hand. Zwar ist die Inflation seit der letzten Beurteilung im vergangenen März angestiegen, doch die Ursache liegt aus Sicht der Nationalbank fast ausschliesslich bei den höheren Energiepreisen infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der mittelfristige Inflationsdruck hat sich dagegen kaum verändert.

Entsprechend sehen die Währungshüter keinen Anlass für eine Anpassung ihrer Geldpolitik. Die Sichtguthaben der Banken werden weiterhin bis zu einer bestimmten Limite zum Leitzins von 0 Prozent verzinst. Oberhalb der Limite kommt ein Negativzins (Gebühr) von 0,25 Prozent für Sichteinlagen der Geschäftsbanken bei der SNB zum Tragen. Gleichzeitig unterstreicht die Nationalbank erneut ihre erhöhte Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Die Botschaft ist klar: Eine übermässige Aufwertung des Schweizer Frankens bleibt aus Sicht der SNB derzeit ein grösseres Risiko als ein vorübergehender Anstieg der Inflation.

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Schweizer Zinssätze im Vergleich (in %): Während der SNB-Leitzins stabil auf 0 Prozent notiert, ist der Interbankensatz Swiss Average Rate Overnight (SARON) für drei, fünf und zehn Jahre Laufzeit 2026 gestiegen. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 18.06.2025)

Inflation steigt – Ursachen temporär

Die Inflation erhöhte sich seit Februar 2026 von 0,1 Prozent auf 0,6 Prozent. Hauptverantwortlich dafür waren die gestiegenen Preise für Erdölprodukte. Andere Güter- und Dienstleistungskategorien leisteten gemäss SNB nur einen geringen Beitrag zum Teuerungsanstieg.

Entscheidend ist jedoch der Blick auf die nächsten Jahre. Die bedingte Inflationsprognose wurde zwar leicht angehoben, bleibt aber über den gesamten Prognosezeitraum klar im Bereich der Preisstabilität. Die SNB erwartet durchschnittliche Inflationsraten von lediglich 0,6 Prozent für 2026, 0,6 Prozent für 2027 und 0,7 Prozent für 2028. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Prognose weiterhin auf einem konstanten Leitzins von 0 Prozent basiert. Mit anderen Worten: Selbst ohne Zinserhöhungen erwartet die Nationalbank keine problematische Inflationsentwicklung.

Schweizer Wirtschaft wächst weiter

Auf der Konjunkturseite gibt es derzeit ebenfalls wenig Argumente für Zinserhöhungen. Das Bruttoinlandprodukt entwickelte sich im ersten Quartal 2026 solide und verschiedene Frühindikatoren haben sich zuletzt stabilisiert. Die Details der verschiedenen Zeitreihen zeichnen jedoch ein weniger dynamisches Bild. Die Wachstumsimpulse bleiben begrenzt, die Arbeitslosigkeit steigt leicht an und die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt sowie der internationalen Handelspolitik sorgen für einen erhöhten Ruhepuls.

Vor diesem Hintergrund erwartet die SNB für die Schweiz unverändert ein Wachstum von rund 1 Prozent im Jahr 2026 und rund 1,5 Prozent im Jahr 2027. Das reicht aus, um eine Rezession zu vermeiden, bleibt jedoch weiterhin unter dem langfristigen Wachstumspotenzial der Schweizer Wirtschaft.

Die aktuelle Situation bleibt von gegenläufigen Kräften geprägt. Auf der einen Seite stehen höhere Energiepreise und ein dadurch temporär erhöhter Inflationsdruck. Auf der anderen Seite wirken der starke Franken, die schwächere Weltwirtschaft und die gedämpfte Industriekonjunktur weiterhin bremsend auf Preise und Wachstum.

Fazit: Hypotheken bleiben stabil

Unter dem Strich bestätigt die jüngste Lagebeurteilung der SNB das Bild der vergangenen Quartale. Die Inflation bleibt tief, das Wachstum verläuft verhalten und der Franken bleibt stark. Entsprechend gehen wir weiterhin davon aus, dass der SNB-Leitzins mindestens bis Ende 2026 unverändert bei 0 Prozent bleibt.  Für Hypothekarnehmer bleibt die Ausgangslage somit erfreulich unspektakulär. Die aktuelle Inflationsprognose liefert aus unserer Sicht keine Grundlage für einen nennenswerten Anstieg der Hypothekarzinsen.

Mehr Informationen zu den Zinsen: Die Schätzungen für die Raten für die kommenden zwölf Monate finden Sie im Blogbeitrag der Hypothekarbank Lenzburg (Tabelle am Schluss).

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