Die Stärke des Schweizer Frankens – langfristig entscheidend ist das Konzept der Kaufpreisparität
Der Franken ist stärker als der Euro und der US-Dollar – die Zinsdifferenz ist dabei aber nicht entscheidend.
28. Juli 2022

Um dem gestiegenen inflationären Druck entgegenzuwirken hat die SNB am 16. Juni den Leitzins um 50 Basispunkte auf -0.25% erhöht. SNB-Präsident Thomas Jordan betonte, dass aufgrund der höheren Inflationsprognosen in absehbarer Zukunft wohl weitere Zinserhöhungen nötig sein werden. Als weiteres Mittel zur Verringerung der Inflation könne die SNB zudem auch Devisenmarktinterventionen vornehmen, um den Franken zu stärken.
Das ist wohl nicht nötig, denn der Schweizer Franken hat in den letzten Monaten kontinuierlich an Wert zugelegt. Die Aufwertung ist aber nicht nur eine Folge der Zinserhöhung. Besonders in Krisenzeiten gilt der Franken als eine sichere Währung. Eine tiefe Staatsverschuldung und eine stabile Finanzpolitik sowie eine unabhängige SNB stärken das Vertrauen der Anleger in den Franken. Langfristig entscheidend für den starken Franken ist das Konzept der Kaufkraftparität. Die Theorie besagt, dass das gleiche Gut in zwei unterschiedlichen Volkswirtschaften wechselkursbereinigt nicht unterschiedlich teuer sein kann. Für diesen Fall würde es zu Arbitragegeschäften kommen und sich der Wechselkurs oder die Inflation so anpassen, bis die Kaufkraftparität zwischen beiden Währungsräumen wieder erreicht wird.

Leitwährungen im Vergleich – Der Euro schwächt sich gegenüber dem Schweizer Franken sowie gegenüber dem US-Dollar merklich ab (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)
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