Die Risikoprämien für französische Obligationen steigen und eröffnen Einstiegschancen für Investoren
Höhere Risikoprämien für die zweitgrösste Volkswirtschaft Europas schaffen neue Chancen. Für unseren Fonds mit europäischen Unternehmensanleihen haben wir gezielt Positionen erhöht.
28. Oktober 2026

Viele grosse französische Unternehmen stehen auf solidem Fundament. Die Risikoaufschläge können auch als Chancen gesehen werden.
Frankreichs Schuldenquote lag im zweiten Quartal 2026 bei 119 Prozent des Bruttoinlandprodukts, gegenüber 63 Prozent in Deutschland und 141 Prozent in Griechenland. Das frühere Sorgenkind erreichte 2011 mitten in der Eurokrise rund 170 Prozent. Der Vergleich ist aber nur bedingt übertragbar: Frankreich ist eine grosse, liquide Volkswirtschaft.

Französische und deutsche Staatsanleihen im Vergleich (links: Anleihenrendite in %, rechts: Spread in %): Der Renditeaufschlag (Spread) für französische Staatsanleihen hat sich im Oktober 2026 deutlich ausgeweitet und reicht an die Niveaus der Eurokrise von 2010. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 21.10.2026)
Der aktuelle Schuldenpfad gibt dennoch Anlass zur Nervosität. Das zersplitterte Parlament findet keinen glaubwürdigen Weg zur Defizitsenkung. Und die jüngsten Strassenproteste treiben das Sorgenbarometer weiter in die Höhe. Am 21. Oktober 2026 rentierten zehnjährige französische Anleihen mit 4,98 Prozent, deutsche mit 3,42 Prozent (s. Grafik).
Der Abstand von rund 156 Basispunkten ist die Risikoprämie: Anleger verlangen für französische Staatsanleihen 1,56 Prozentpunkte mehr Zins als für deutsche. Auch für Firmenanleihen fordern Anleger mittlerweile höhere Kreditaufschläge.
Unternehmen auf solidem Fundament
Das verdient Aufmerksamkeit, aus unserer Sicht ist aber keine Wiederholung der Eurokrise zu befürchten. Frankreichs Gemeinden und Regionen dürfen Kredite nur für Investitionen aufnehmen; laufende Ausgaben müssen sie mit laufenden Einnahmen decken. Viele grosse französische Unternehmen stehen auf solidem Fundament. Die Risikoaufschläge können auch als Chancen gesehen werden.
Wir haben deshalb das Frankreich-Exposure in unserem Fonds für europäische Unternehmensanleihen erhöht. Vor dem Ausverkauf lag der Frankreichanteil im Fonds bei 3,5 Prozent – verteilt auf drei solide französische Banken. Mitte Oktober 2026 haben wir Anleihen von SNCF, der französischen Bahn, und RATP, dem Pariser Nahverkehrsbetrieb, punktuell hinzugefügt und die Frankreichquote im Fonds auf rund 7 Prozent erhöht.
Die höheren Aufschläge entschädigen besser für das Risiko. SNCF ist von S&P mit A, RATP von Moody’s mit Aa3 bewertet. Ihre öffentliche Aufgabe und die Nähe zum Staat geben Rückhalt, beseitigen das Frankreich-Risiko aber nicht. Insgesamt halten wir das Risiko für überschaubar und ausgewählte Schuldner wieder für interessant.
Obligationen Europa: Unternehmensanleihen
Factsheet und weitere Informationen zum Anlagefonds über den Linke unten oder per Telefon 062 885 15 15.
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28. Oktober 2026
3 Themen, die Investoren bis Ende 2026 auf dem Radar haben sollten
1) Geopolitische Spannung, 2) geldpolitische Entscheidungen, 3) Midterm-Wahlen in den USA: Diese Themen werden bis Ende Jahr die Finanzmärkte mitgestalten. Was zu erwarten ist, sagt Reto Huenerwadel, Leiter HBL Asset Management, im Finanzmarkt-Update vom November 2026.
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