Der Swiss Market Index war schon schlecht diversifiziert – ab September 2026 wird es noch schlimmer
Mit der neuen Zusammensetzung wird der Schweizer Blue-Chip-Index SMI noch pharmalastiger. Für ETF-Investoren rückt deshalb ein anderer bekannter Börsenindex stärker in den Fokus.
3. September 2026

Das Pharmaunternehmen Sandoz Group AG mit Sitz in Basel ist seit Oktober 2023 an der Schweizer Börse notiert.
Mit der SMI-Revision per 21. September 2026 verändert sich die Zusammensetzung des Schweizer Leitindex‘: Galderma und Sandoz werden neu aufgenommen, während Swisscom und Logitech den SMI verlassen. Damit kommen zwei Pharmaunternehmen hinzu, während ein Telekom- und ein IT-Unternehmen wegfallen.
Für Anleger zeigt sich damit ein grundsätzliches Problem: Ein börsenkotierter Anlagefonds (sog. Exchange Traded Fund, kurz: ETF) auf einen Index ist nicht automatisch diversifiziert – entscheidend ist, wie diversifiziert der Index selbst ist.
Die Änderung der SMI-Zusammensetzung verschärft eine bereits bestehende Konzentration bei einem SMI-ETF: Nestlé, Novartis und Roche gehören zu den dominierenden Schwergewichten des SMI und machen zusammen einen sehr grossen Teil des Index aus. Zwar begrenzt die SIX das Gewicht einzelner Titel im SMI auf maximal 18 Prozent. Das verhindert jedoch nicht, dass wenige Grosskonzerne die Entwicklung des gesamten Index stark beeinflussen.
Gerade für Anleger, die über ETF investieren, ist das relevant. «Index Investing» wird häufig mit Einfachheit und breiter Diversifikation begründet. Doch ein ETF bildet lediglich einen Index ab. Ist dieser stark konzentriert, übernimmt der Anleger automatisch auch diese Konzentration.
Das Problem ist nicht nur auf die Schweiz beschränkt. Auch beim MSCI World ist die Konzentration auf grosse US-Technologieunternehmen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ein weltweit klingender Index bedeutet deshalb nicht automatisch eine gleichmässige Verteilung über Länder, Branchen und Unternehmen.

Schweizer Börsenindizes im Vergleich (in CHF - indexiert) (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 31.08.2026)
Es gibt eine Alternative
Wer langfristig passiv investieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Kosten eines ETF schauen, sondern auch auf den zugrunde liegenden Index. Welche Unternehmen haben welches Gewicht? Wie stark ist der Index auf einzelne Branchen konzentriert? Und welche Risiken entstehen dadurch?
Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger kann zum Beispiel der Swiss Performance Index (SPI) eine Alternative sein. Er umfasst deutlich mehr Unternehmen und bezieht auch kleinere und mittlere Schweizer Firmen ein. Die grossen Pharma- und Konsumgüterkonzerne bleiben zwar dominant, ihr Einfluss auf den Gesamtmarkt wird durch die breitere Titelbasis relativiert.
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1. Juli 2026
«Aktien sind gut gelaufen»
Der Krieg im Iran hatte im ersten Halbjahr 2026 nur zeitweise einen Einfluss auf die Aktienmärkte. «Wichtig war, dass man dabeigeblieben ist, und dass man diversifiziert war», sagt Reto Huenerwadel, Leiter HBL Asset Management und Anlagechef der Hypothekarbank Lenzburg. Fürs zweite Halbjahr 2026 seien die Zwischenwahlen in den USA und die Geldpolitik der Zentralbanken im Fokus.
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