KI-Boom verleiht auch US-Nebenwerten Aufwind

Während in jüngster Vergangenheit insbesondere die grossen Technologiekonzerne den Takt an den US-Aktienmärkten vorgaben, haben 2026 die kleineren und mittleren Unternehmen die Führung übernommen.

3. September 2026

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Vogelperspektive auf die Kühlanlage eines KI-Rechenzentrums

Wer in diesem Jahr auf die grossen Namen der US-Börse gesetzt hat, kann sich über eine erfreuliche Rendite freuen. Noch besser lief es allerdings für die kleineren und mittleren Unternehmen: Der Russell 2000 Index, der rund 2000 kleinere US-Unternehmen abbildet, liegt seit Jahresbeginn über 20 Prozent im Plus. Der S&P 500 kommt im gleichen Zeitraum auf rund 13 Prozent. Damit haben Small Caps einmal mehr die Large Caps deutlich hinter sich gelassen.

KI-Trend lässt grüssen

Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung ist die Ausweitung des KI-Booms. Während die erste Welle vor allem die grossen Chip-, Cloud- und Plattformunternehmen erfasste, profitieren inzwischen zunehmend Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe. Sie liefern beispielsweise Komponenten, Stromversorgung, Kühlung, Netzwerktechnik oder Software, die für den Ausbau der Rechenzentren benötigt werden. Besonders bemerkenswert: Im breiten Aktienindex Russell 2000 gehörten im ersten Halbjahr neben Technologie auch Industrieunternehmen, Finanzwerte und Gesundheitsunternehmen zu den grössten Kursgewinnern. Hinzu kommt ein zweiter Faktor: Small Caps sind stärker auf die US-Binnenwirtschaft ausgerichtet. Eine robuste Konjunktur, steigende Investitionen, Infrastruktur- und Reindustrialisierungstendenzen spielen ihnen deshalb stärker in die Karten.

Gleichzeitig waren viele Nebenwerte über längere Zeit deutlich günstiger bewertet als die hoch bewerteten Mega-Caps. Die Kombination aus attraktiverer Bewertung, verbesserten Gewinnperspektiven und einer breiteren Konjunkturerholung hat zusätzlich Kapital in dieses Segment gelenkt.

Hohe Wachstumserwartungen

Ganz ohne Fragezeichen ist die Entwicklung allerdings nicht. Kleinere Unternehmen sind häufig stärker auf Fremdfinanzierung angewiesen und damit empfindlicher gegenüber höheren Zinsen als grosse Unternehmen. Zudem steigt im Zuge der enormen Investitionen in die KI-Infrastruktur auch die Verschuldung einzelner Unternehmen. Ein Teil der Rally basiert somit auf hohen Wachstumserwartungen – und nicht jedes Unternehmen wird diese erfüllen können.

Von dieser Entwicklung profitieren wir teilweise auch mit unserem AMC «Aktien Global: Technologie», wo wir neben etablierten Technologiekonzernen gezielt in kleinere und mittlere US-Unternehmen investieren. 

Russell 2000 Index hat die Nase vorn

Mit seinen 2000 Unternehmen bildet der US-Börsenindex Russell 2000 auch kleinere Unternehmen ab – was gegenüber dem Leitindex S&P 500 seit 2025 zu einer Überrendite verhalf.

Grafik US Smcs

in USD – indexiert (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 31.08.2026)

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Der Krieg im Iran hatte im ersten Halbjahr 2026 nur zeitweise einen Einfluss auf die Aktienmärkte. «Wichtig war, dass man dabeigeblieben ist, und dass man diversifiziert war», sagt Reto Huenerwadel, Leiter HBL Asset Management und Anlagechef der Hypothekarbank Lenzburg. Fürs zweite Halbjahr 2026 seien die Zwischenwahlen in den USA und die Geldpolitik der Zentralbanken im Fokus.

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