Schwellenländer in türkischer Sippenhaft

Der Einbruch der türkischen Lira sorgt bei Schwellenland-Investments unter Anlegern für Unsicherheiten. Doch wie gross ist die Ansteckungsgefahr wirklich?

16. August 2018

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Was nach der Veröffentlichung einer Vielzahl erfreulicher Konjunkturnachrichten erwartet werden konnte, hat sich in der Tat materialisiert: Die Schweizer Wirtschaft befindet sich in beneidenswerter Form und wächst mit einer Dynamik wie sie während Jahren nicht mehr beobachtet werden konnte. Die Wirtschaftsleistung hat vom ersten aufs zweite Quartal um 0,7 Prozent zugenommen.

Besonders erfreulich ist zudem, dass ein vertiefter Blick in die Statistiken dazu geführt hat, dass das Staatssekretariat für Wirtschaft die ursprünglich veröffentlichten Werte noch substantiell nach oben revidieren konnte. So betrug das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2018 gegenüber dem ersten Quartal 2017 nicht 2,2 Prozent, wie die erste Schätzung ergeben hatte, sondern 2,9 Prozent.

Zum wiederholten Mal in Folge ist damit das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der Schweiz deutlich besser ausgefallen als von den Märkten erwartet worden war. Beinahe spektakulär ist dieses Wirtschaftswachstum der Schweiz im Vergleich zu den zuletzt rückläufigen Wachstumszahlen aus der Eurozone oder den vergleichbaren US-Zahlen.

Auch wenn ein einzelner Quartalswert nicht überbewertet werden darf, fällt dennoch auf, dass sich die Qualität des Wachstums der Schweiz zuletzt zu verschieben scheint. Während in den letzten Quartalen das Wachstum vor allem vom Inland getrieben wurde – in erster Linie über stark steigende Ausrüstungsinvestitionen – kann zuletzt auch die Aussenwirtschaft wieder Boden gut machen. In welchem Ausmass die Wechselkursentwicklung der letzten Quartale für diese Entwicklung verantwortlich ist, bleibt abzuwarten.

Neben den sehr guten BIP-Werten besonders bemerkenswert sind aber die im zweiten Quartal 2018 gestiegenen BIP-Deflatoren. Dieses Inflationsmass, für die Gesamtwirtschaft weist zum ersten Mal seit mehreren Quartalen mit einem Jahreswachstum von 1,1 Prozent einen deutlich positiven Wert aus. Auch wenn die Preissteigerungen im privaten Konsum mit einer Wachstumsrate von 0,6 Prozent weitgehend stabil sind, ist dies ein weiteres Anzeichen, dass das Thema der Inflation sich immer breiter ausdehnt.

Kein Wunder, sind wir versucht zu sagen, wenn das Wirtschaftswachstum deutlich über dem Trendwachstum der letzten Jahre liegt und angesichts der zuletzt deutlich verbesserten Situation auf dem Arbeitsmarkt. Dies ist mit Sicherheit eine Entwicklung, der die SNB bei ihrer zukünftigen Geldpolitik Rechnung tragen dürfte.

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