Die weitreichenden Folgen des Coronavirus

Über ein halbes Jahr nachdem das Coronavirus stärker in das Bewusstsein der Weltbevölkerung getreten ist, dominiert das Thema weiterhin unser tägliches Leben.

6. August 2020

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Während es weltweit nie zu einem deutlichen Rückgang der Fallzahlen gekommen ist, sorgt sich Europa über eine zweite Welle von Corona-Erkrankungen. Nicht überraschend waren und bleiben die gesundheitlichen, gesellschaftlichen und nicht zuletzt auch wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie – eine grosse Herausforderung für die gesamte Bevölkerung und insbesondere die Entscheidungsträger jeglicher Couleur.

Die Krise verlangte nach schnellen und einschneidenden Massnahmen. Der Fokus lag dabei darauf, die Gesellschaft vor den Folgen der Corona-Krise in den unterschiedlichsten Ausprägungen zu schützen. In der Konsequenz wurde zu Hause gearbeitet und ausgebildet, während andere Tätigkeiten gar nicht mehr möglich waren. Vor allem verbringen Herr und Frau Schweizer diesen Sommer ihre Ferien im Inland. Die Mitbestimmung durch die Bevölkerung konnte nur sehr begrenzt stattfinden.

In den verschiedenen Nationen rund um den Globus fanden diese durchaus dirigistischen Massnahmen denn auch ein gutes Echo. Ähnlich hat es sich auch bei den staatlich verordneten Wirtschaftsmassnahmen rund um den Globus verhalten. Auch diese sind überwiegend auf ein positives Echo gestossen. Dies gilt nicht zuletzt auch für die unbürokratische Unterstützung der verschiedenen Unternehmen in der Schweiz – sei es über Kurzarbeitsprogramme oder die Schemen der Covid-19-Kredite. Dass diese auch langfristige Auswirkungen haben werden, liegt angesichts der schieren Grösse dieser Programme auf der Hand.

Gerade an den Finanzmärkten gibt es Marktbeobachter die den ordnungspolitischen Warnfinger aufheben und auf die übermässige Ausweitung der Staatsbilanzen (Staaten und Zentralbanken) und damit auf eine Verstaatlichung des Finanzsystems hinweisen. Unabhängig, was man davon hält, lässt sich aber festhalten, dass die getroffenen Massnahmen nun einmal Realität sind. Zudem lässt vieles vermuten, dass sie angesichts der anhaltenden Sorgen rund um Corona wohl länger anhalten werden. Für Unternehmer und Anleger gilt es also, sich mit deren Auswirkungen auseinanderzusetzen.

Zumindest gemessen an den Fallzahlen aus dem ersten Halbjahr 2020 lässt sich erschliessen, dass die traditionellen Demokratien der westlichen Welt gegenüber autoritären Regimes keinen grundsätzlichen Nachteil im Umgang mit den Folgen der Corona-Krise hatten. Sie haben aber den Vorteil, dass zumindest die politischen Entscheidungsträger periodisch gegenüber ihren Wählern Rechenschaft ablegen müssen oder können. Vor diesem Hintergrund werden nicht zuletzt die anstehenden politischen Wahlen, wie beispielsweise die Wahl des nächsten US-Präsidenten im November, von grossem Interesse sein. 

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