Zuletzt gibt es viele positive Nachrichten für die Schwellenmärkte
Schwellenländer bleiben ein wichtiger Wachstumstreiber und bieten weiterhin attraktive Anlagechancen.
4. Juni 2026

Steilvorlage für die Schwellenländer: An der Fussball-WM 2026 führen zahlreiche Teams aus aufsteigenden Wirtschaftsnationen vor Augen, dass die Welt nicht nur aus den Industriestaaten besteht. (Bild: Adobe Stock (KI))
Gegen Ende des ersten Halbjahres 2026 stellen wir fest, dass die Aktienmärkte in vielen Regionen trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten wiederum neue Höchststände erreichen konnten. Die höheren Ölpreise und gestiegene Produktions- und Vertriebskosten belasteten kurzfristig die verfügbaren Einkommen der Konsumenten.
Allerdings vermochte diese Entwicklung die Wachstumsaussichten und die Bewertungen der wichtigsten Aktienbörsen nur vorübergehend zu belasten. Zur Jahresmitte haben die Aktien ihre temporäre Schwäche weitgehend überwunden. Dies gilt gleichermassen für die Börsen der entwickelten Volkswirtschaften und der Schwellenländer. Gerade letztere brachten auch in diesem Jahr zum Teil substanzielle Anlageerfolge.
Substanzielle Erfolge
Dabei sei darauf hingewiesen, dass Schwellenländer nicht gleich Schwellenländer sind. Es gibt im Wirtschaftskontext wohl keinen anderen Begriff, der Volkswirtschaften mit derart unterschiedlichen Charakteristiken in einem einzigen Wort verbindet. Während beispielsweise China aufgrund seiner schieren Grösse diese Indizes wesentlich prägt, sind darin auch technologische Grossmächte wie Südkorea und Taiwan enthalten.
Gerade die Börsenindizes der Letzteren waren es, die den Gesamtindex aufgrund ihrer Technologielastigkeit getrieben haben. Auch wenn es oft nur wenige Unternehmen sind, wie Samsung in Südkorea oder Taiwan Semiconductor in Taiwan, treiben sie den jeweiligen Markt gewaltig an. Gewissermassen lässt sich die Situation in den Schwellenländer vergleichen mit der Situation am US-Aktienmarkt, in dem die Börsenbewertung ganz wesentlich durch die Kursentwicklung der Aktien der «Magnificent Seven»-Aktien beeinflusst wird.
Andere Schwellenländer können gegenwärtig wiederum profitieren von den gestiegenen Preisen für natürliche Ressourcen und vor allem auch der gestiegenen Energiepreise. Ganz besonders zeigt dies beispielsweise die Entwicklung des brasilianischen Aktienmarktes. Die Bewertungen dieses Aktienmarktes sind in diesem Jahr um rund +8 Prozent gestiegen.
Schwellenländer überraschen positiv
Auch für die Zukunft sind wir positiv für Anlagen in diesen Regionen. Letztendlich versprechen gerade diese Märkte auch in den kommenden Monaten und Jahren die grössten Wachstumsraten. Es ist vergleichbar mit der anstehenden Fussball-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Hier liegt der Fokus ebenfalls immer stärker auf den Schwellenländern. Auch hier sorgen sie für das Wachstum der Veranstaltung und es bleibt zu hoffen, dass sie neben der grösseren Masse die Beobachter auch mit Qualität zu überzeugen vermögen.
In etwas über einem Monat wissen wir mehr. Zumindest in unseren Anlageportfolios tragen die Aktien der Schwellenländer in den ersten rund fünf Monaten des Jahres 2026 einen erheblichen Beitrag zum gesamten Aktienerfolg bei. Dies obwohl der Anteil dieser Aktiengruppe in unseren Portfolios im Vergleich zum Performance-Beitrag ein deutlich geringeres Ausmass hat.

Kursentwicklung MSCI Emerging Markets Index vs. MSCI World Index (in USD – indexiert): Der MSCI Emerging Markets Index entwickelte sich im laufenden Jahr bisher deutlich besser als der Weltindex. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 29.05.2026)
Schwellenländer an der Fussball-WM
In jedem Fall dürfte uns auch diese Fussball- WM mit ihren 48 Nationen vor Augen führen, dass die Welt deutlich grösser als die USA, Europa und die anderen Industrieländer ist. Aus unserer Sicht ist dies in Zeiten, in denen Schlagzeilen zur US-Politik die Weltpresse dominieren, eine spannende Entwicklung. So ist es beispielsweise höchst unwahrscheinlich, dass sich die ebenfalls für die Fussball Weltmeisterschaft qualifizierten US-Amerikaner darin eine führende Rolle spielen werden.
Wenig spricht zum gegenwärtigen Zeitpunkt dafür, dass sich die positive Entwicklung in den Schwellenländern in den nächsten Jahren ändert. Selbstverständlich gibt es auch hier immer wieder grosse Herausforderungen, wie sie aktuell China durchlebt. Gleichzeitig lässt sich aber auch festhalten, dass diese Länder aufgrund der Diversität ihrer Wirtschaften und nicht zuletzt auch aufgrund der grossen Anzahl Personen in diesen Regionen, auch in der Zukunft erhöhtes Wachstumspotenzial aufweisen. In der Konsequenz werden diese Märkte auch in unseren Anlageportfolios weiterhin eine substanzielle Rolle spielen. Dies gilt gleichermassen für Anlagen in Aktien und Obligationen.
Diversifikation bleibt entscheidend
Für die Anleger kommen die erhöhten Anlageerträge in diesen Regionen nicht ohne erhöhte Risiken. In der Regel umfasst dies insbesondere politische Risiken und ihre Auswirkungen auf die Rechtsicherheit, die fiskalische Stabilität und nicht zuletzt die geldpolitischen Strukturen. Wir tragen diesem Umstand Rechnung, indem wir diese Entwicklungen insbesondere in den grossen Staaten in diesen Regionen sehr genau beobachten sowie mit unseren Anlagen besonders sorgfältig und breit diversifizieren.
Für den Rest der Welt bleiben auch zum Ende des ersten Halbjahres 2026 die gleichen Themen zentral. Mit besonderem Interesse verfolgen die Finanzmärkte dabei den Amtsantritt des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh und seine ersten Zinsentscheide, wurde er doch von Trump nominiert mit dem ausdrücklichen Wunsch der Regierung, die USD-Zinsen zu senken. Vor Beginn der Sommerferien ist in unseren Augen nicht mit einer stark geänderten Geldpolitik zu rechnen. Es gilt dabei zu berücksichtigen, dass die Zentralbanken in langen Zinszyklen denken und operieren. Dies gilt gleichermassen für die USA aber auch den Rest der Welt. Für symbolische Zinserhöhungen respektive Zinssenkungen hat es dabei nur wenig Platz.
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29. April 2026
«E-Mobilität hat einen Boost erhalten»
Die Ölfrage bleibt wegen des Iran-Kriegs das dominierende Thema an den Märkten. Die Verkehrswege passten sich ein wenig an und die Nachfrage verändere sich. «Bereits jetzt erhält man den Eindruck, dass die E-Mobilität durch die Krise einen Boost erhalten hat», sagt Reto Huenerwadel, Leiter des HBL Asset Managements, im aktuellen Finanzmarkt-Video. Insgesamt habe die Krise aber keine grossen Auswirkungen auf die Finanzmärkte.
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