Die Börse trotzt den Risiken – die Rally wird breiter

Bislang bleibt die Konjunktur widerstandsfähig, die Unternehmen überraschen mit soliden Ergebnissen und die Aktienrally gewinnt an Breite.

28. Oktober 2026

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Die hohen und zuletzt wegen der politischen Situation im Nahen Osten weiter gestiegenen Ölpreise haben bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen nachhaltig dämpfenden Einfluss auf die Konjunkturentwicklung. (Bild: Adobe Stock)

Auch zu Beginn des letzten Quartals des Jahres 2026 stellt sich die Frage nach neuen konjunkturellen Impulsen. Auch wenn die Volatilität an den internationalen Finanzmärkten im Vorgang zu den mit Spannung erwarteten Midterm-Wahlen in den USA gestiegen ist, bleiben die Themen künstliche Intelligenz (KI), hohe Ölpreise und der allgemeine Zustand der Wirtschaft dominant. 

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Die Stimmungsbarometer verschiedener Länder im Vergleich (PMI in Pkt.): Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) der wichtigsten Volkswirtschaften sind in der zweiten Hälfte 2026 alle über die Wachstumsgrenze von 50 Punkten gestiegen. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 26.10.2026)

Auf einen Nenner gebracht, lässt sich dabei die Situation wie folgt zusammenfassen: Der nicht zuletzt aufgrund des Einsatzes von KI gestiegene Energiebedarf und die aufgrund der politischen Situation im Nahen Osten hohen und zuletzt weiter gestiegenen Ölpreise haben bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen nachhaltig dämpfenden Einfluss auf die Konjunkturentwicklung.

Im Gegenteil: Zuletzt ist die Stimmung in den Unternehmen gemessen an den verschiedenen Einkaufsmanagerindizes rund um den Globus besser ausgefallen als erwartet (siehe Grafik). Offensichtlich können viele Unternehmen direkt von diesem KI-Boom profitieren. Dies gilt gleichermassen für Chiphersteller aber auch für andere Zulieferer aus dem Bereich der Energieversorgung. 

KI-Bewertungen schwindelerregend

Andererseits profitieren Unternehmen auch von den Effizienzgewinnen durch den Einsatz von KI in unterschiedlichsten Anwendungen. Diese Entwicklung widerspiegelt sich an den internationalen Aktienmärkten. Vorneweg laufen die traditionellen KI-Firmen. Sie weisen schwindelerregende Wachstums- und in der Folge auch Bewertungszahlen aus. Auch wenn es zum gegenwärtigen Zeitpunkt äusserst schwierig ist ein Ende der Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Schlüsseltechnologie abzuschätzen, lässt sich festhalten, dass die ausgewiesenen Wachstumsraten und damit die Bewertungen der Unternehmen immer schwieriger zu übertreffen sind.

Im Schatten dieser traditionellen KI-Leaders und im Zuge der grundsätzlich verbesserten konjunkturellen Situation gibt es aber auch eine ganze Reihe anderer Unternehmen, die mit guten Resultaten überzeugen können. Zu diesem Schluss kommt, wer sich die zuletzt veröffentlichten Resultate der verschiedenen Unternehmen für das dritte Quartal 2026 zu Gemüte geführt hat. Sie sind querbeet am oberen Ende der Erwartungen ausgefallen. 

Nicht zuletzt aufgrund der beobachteten Bewertungen deutet vieles darauf hin, dass sich die erfreuliche Entwicklung an den Aktienmärkten zunehmend breiter abstützen könnte. So ist es in den letzten Wochen und Monaten gerade auch im Gesundheitssektor nach einer längeren Durststrecke zu teilweise deutlichen Kursgewinnen gekommen.

Leicht höhere Geldmarktzinsen

Für wenig neue Impulse sorgen zum gegenwärtigen Zeitpunkt die wichtigsten Zentralbanken. Sie halten an ihrer moderat restriktiveren Geldpolitik fest. Die Anzeichen stehen damit nicht zuletzt aufgrund der eingangs erwähnten moderat positiven Konjunkturentwicklung für leicht höhere Geldmarktzinsen rund um den Globus. Daran hat sich auch in den letzten Wochen wenig geändert.

Die grosse Unbekannte ist und bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Situation im Nahen Osten und ihre Auswirkungen auf den Ölpreis. Zumindest in der kurzen Frist – bis zu den Midterm-Wahlen in den USA – ist nicht von einer grundlegen neuen Entwicklung im Nahen Osten auszugehen.

Tatsache ist, dass sich auch nach über einem halben Jahr Krieg die Kräfteverhältnisse nur wenig verändert haben. So können auch im Spätherbst 2026 verhältnismässig kleine Rebellengruppen wie die Huthi-Milizen aus dem Jemen relevante Attacken auf die Erdölinfrastruktur in Saudi-Arabien führen. Aus der Distanz ist es schwierig sich vorzustellen, dass dies ohne internationale Unterstützung möglich ist. Ohne umfassendere Anpassungen in der grösseren weltpolitischen Gemengelage ist hier nicht mit einer wesentlichen Anpassung zu rechnen. Allerdings bleibt der Konflikt auch zum jetzigen Zeitpunkt im Wesentlichen regional begrenzt. 

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