Advent, Advent – die Börse brennt

Der Abwärtstrend an der Börse lässt keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Hier ein paar Tipps, wie Sie dennoch ruhig durch die Adventszeit kommen.

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Nach durchzogenen ersten drei Quartalen an den internationalen Finanzmärkten hat sich die Situation für Anleger seit Beginn des vierten Quartals 2018 weiter eingetrübt. Auch zum Jahresende will keine Festlaune aufkommen.

Die aktuelle Situation auf den Finanzmärkten ist derzeit besonders unerfreulich, weil sich keine Anlagekategorie dem allgemeinen negativen Trend entziehen kann – selbst Edelmettale werden aller Voraussicht nach 2018 eine Gesamtjahresbilanz mit negativem Vorzeichen aufweisen.

Manche Investoren träumen zwar weiterhin von einer Jahresend-Rally an den Börsen. Doch die Zeit für deutliche Kursgewinne wird langsam knapp. Viele Anleger halten sich mit Investitionen aber bereits jetzt deutlich zurück und verabschieden sich langsam in die Weihnachtsfeiertage. In der Folge werden die Handelsvolumen dünn und dünner und dementsprechend braucht es immer weniger Transaktionen für heftige Kursschwankungen. Diese können positiv oder negativ ausfallen.

Das Jahr 2018 war für Anleger schwierig und enttäuschend, dennoch sind die wiederholt aufgebrachten Vergleiche mit der Finanzmarktkrise aus dem Jahr 2007/8 oder dem Platzen der Tech-Blase um die Jahrtausendwende unangebracht. Die Bewertungen für das Gros der Aktien sind nach mehreren Jahren mit steigenden Kursen immer noch auf vernünftigem Niveau und daher nicht vergleichbar mit den massiv überrissenen Bewertungen vor der Finanzkrise und während des Tech-Hypes.

Auch die Finanzierungssituation (einschliesslich Zinsenlast) für Unternehmen und private Haushalte ist heute deutlich weniger problematisch als damals. Zudem sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen weiterhin äusserst stabil. Das Umfeld an den Finanzmärkten fühlt sich deshalb nicht wie eine richtige Krise an.

Dennoch bleibt das Umfeld heute schwierig. Bei der Konstruktion eines Portfolios muss man deshalb besonderes Augenmerk auf ein sorgfältiges Ausbalancieren der Positionen legen. Es gilt, die Risiken zu diversifizieren (Sektoren, Regionen etc.) und somit zu reduzieren. Finanzmarktinvestitionen ohne Risiko gibt es aber nicht.

Zu guter Letzt ist vor allem der Anlagehorizont zu beachten. Wir alle wissen, dass die Aktien langfristig immer Steigen werden. Nur hilft dies wenig, wenn der Anlagehorizont beschränkt ist. Vielleicht fallen plötzlich Zahlungen an und man muss die Aktien im dümmsten Moment verkaufen. Oder die Verlusttoleranz ist doch nicht so gross wie ursprünglich angenommen. Geld zu verlieren macht nie Freude.

Dennoch gilt es gerade in der aktuellen Situation, nicht in Panik zu verfallen. Denn das Vertrauen in das Geschäftsmodell der Unternehmen, in das einmal investiert wurde, ist in den allermeisten Fällen auch weiterhin gerechtfertigt. Aktienanlagen werden mit einem mehrjährigen Anlagehorizont getätigt.

Vorsichtige Anleger können unter den gegebenen Umständen ihre Anlagen gestaffelt tätigen. So werden sie einmal bei hoher Bewertung kaufen, dann aber auch wieder bei günstigeren Bewertungen wie derzeit. Auf längere Sicht kann man so den Durchschnitt der Einstandspreise optimieren.