Trump gegen die Fed: Der Zinskonflikt spitzt sich zu

Die US-Regierung will tiefere Zinsen, doch Inflation und hohe Staatsverschuldung sprechen dagegen. Auch der Versuch, über den Anleihenmarkt Einfluss zu nehmen, dürfte daran wenig ändern.

3. September 2026

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«Die US-Regierung sucht den Weg zu tieferen Zinsen – doch der Markt setzt die Grenzen.»

Von der belasteten Beziehung zwischen Präsident Trump und der US-Zentralbank Fed war schon verschiedentlich die Rede. Dies scheint sich auch unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh nicht zu ändern. Zu klar scheinen die geldpolitischen Rahmenbedingungen mit den politischen Zielen der Regierung Trump zu divergieren. Klar ist, dass die ausgewiesenen US-Inflationsraten gegen eine expansivere Geldpolitik sprechen.

Ebenso klar ist aber auch, dass die beständig steigenden US-Zinsen mit längerer Laufzeit die Hypothekarzinsen für mögliche Trump-Wähler nach oben treiben und die US-Staatsverschuldung über höhere Zinszahlungen negativ belasten. Eine Situation, die den Wahlversprechen der Regierung Trump diametral entgegensteht. Gerade vor den im November 2026 anstehenden Mid-Term-Wahlen sicher keine erfreuliche Situation für die Regierung Trump. In diesem Sinne scheint die Regierung Trump denn auch alle Möglichkeiten auszuloten, wie sie tiefere Zinsen realisieren könnte.

Der Finanzminister Scott Bessent hat deshalb bekannt gegeben, dass er mit dem Ziel die Zinsen zu senken den täglichen Kauf von langlaufenden Staatsobligationen verdoppeln werde. Bereits verschiedentlich wurde in der Vergangenheit zu diesem Mittel einer «geeigneteren» Preisfindung gegriffen – jeweils in einer Marktsituation, in der eine normale Preissetzung nicht mehr funktioniert hat. So hat beispielsweise auch die Schweizerische Nationalbank im Rahmen der Nullzinspolitik im grösseren Stil Unternehmensobligationen gekauft.

Auch in Japan hat die Bank of Japan im Rahmen der Tiefzinspolitik zusätzlich Geld in Umlauf gebracht, in dem sie über Jahre japanische Staatsanleihen gekauft hat und damit erfolgreich die Zinsen beeinflussen konnte. Der zentrale Unterschied zwischen den entsprechenden Massnahmen ist, dass im Falle Japans und der Schweiz die Zentralbank Staatsobligationen gekauft hat und damit zusätzliche Finanzmittel geschaffen wurden. Im Falle des US-Treasury unter Scott Bessent aber werden Staatsanleihen mit anderen Staatsanleihen gekauft. Dies bringt einerseits keine neuen Gelder in Umlauf, andererseits reduziert es die Staatsverschuldung in keiner Weise.

Wenn also der Anstieg der US-Zinsen mitunter aufgrund des gesunkenen internationalen Vertrauens in die Finanzierung der rekordhohen US-Staatsverschuldung zurückzuführen ist, dann kann die vom US-Finanzdepartement angekündigte Massnahme die Zinsen nicht nachhaltig beeinflussen. Einzig eine neue Preisfindung entlang der Zinskurve ist unter diesen Umständen möglich. Sollte aber die US-Fed, wie von den Finanzmärkten angedacht, tatsächlich die Zinsen weiter erhöhen, dann könnte die angedachten Massnahmen sogar zu höheren Zinskosten als ursprünglich angenommen führen. 

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