iPhones, Klumpenrisiken und Supercycles

Wird Apple überschätzt und stecken wir in einer neuen Technologie-Blase? Der Kurssturz des Apple-Zulieferers AMS könnte einem dieses Gefühl vermitteln.

4. Mai 2018

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Die Kursrally der Technologieaktien ist ins Stottern geraten. Trotz stolzer Bewertungen sind wir weiterhin davon überzeugt, dass der Technologie-Sektor grosses Wachstumspotential hat. Nehmen wir das US-Unternehmen Apple und den österreichischen Chiphersteller AMS.

Im September 2017 präsentierte Apple voller Stolz das neue iPhone 8 und das iPhone X. Mit dem Geschäftsfeld iPhone erzielt Apple rund 70 Prozent der Erträge. Optimisten erhofften sich dank den neuen Geräten denn auch einen neuen Supercycle, wie ihn Apple schon mit dem iPhone 6 durchmachte.

Doch bisher blieb er aus. Der Apple-Zulieferer und Chiphersteller AMS aus Österreich warnte Investoren zuletzt gar vor «einem kurzfristig schwierigen Nachfrageumfeld im Smartphone-Markt». Der Aktienkurs des an der Schweizer Börse kotierten Unternehmens erlitt darauf deutliche Kursverluste. Seit dem Höchststand vom letzten März hat der AMS-Titel rund 30 Prozent seines Wertes eingebüsst.

Immer lauter werden auch die Stimmen, die vor einer Tech-Bubble warnen. Der Kurszerfall von AMS sei der Vorbote grösserer Probleme bei Apple. Das Unternehmen habe kein Qualitätsmonopol mehr. Die neuen Handys von Samsung seien hervorragend und würden die Hälfte kosten. Dies könnte ein Problem werden, wenn die Generation Y – die zwischen 1980 und 2000 Geborenen – dem Kostenargument folgen würde und von den iPhones auf die Samsung-Smartphones wechseln würde. Anleger, die damit rechnet, sollten allfällige Kursgewinne, die er sie mit den Apple-Aktien erzielt haben, jetzt realisieren.

Wir glauben indes nicht daran, dass die Zeit für Apple abgelaufen ist. In unseren Augen ist und bleibt der US-Techgigant ein grossartiges Unternehmen mit einem sehr robusten Produkt-Mix und einer starken Marke. Apple ist zwar reif geworden, und die Wachstumsraten haben sich verlangsamt. Aber das Unternehmen verfügt über eine beeindruckende Bilanz, ein enormes Kapitalpolster für Investitionen und Forschung sowie beinahe fantastische Möglichkeiten höhere Preise für seine Produkte bei den Kunden durchzusetzen.

Zudem ist sich Apple bewusst, dass die überragende Bedeutung des iPhones für den Ertragsmix des Unternehmens ein Klumpenrisiko darstellt. Der Weg zu einem eher serviceorientierten Unternehmen wurde mit den Angeboten im iCloud-, Musik und TV-Bereich schon vor Jahren eingeschlagen. Darum bleiben wir, trotz Unkenrufen treue Investoren bei Apple. Und auch AMS überzeugt uns mit seiner Forschung, der Produkte-Pipeline und dem Portfoliomix.

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