Grenzen der Absicherung von Währungsrisiken in unseren Portfolios
Gerade in einer unsicheren Weltordnung bleibt ein global breit diversifiziertes Portfolio sinnvoller als eine selektive und kostspielige Währungsabsicherung.
21. Januar 2026

Eine unserer zentralen Überzeugungen in der Portfoliosteuerung ist eine konsequente, systematische Diversifikation über ein globales Anlageuniversum. Bei der Strukturierung unserer Portfolios orientieren wir uns an zwei Grundsätzen. Erstens haben Anlagen in Schweizer Franken und mit Bezug zur Schweiz einen zentralen Stellenwert. Zweitens gewichten wir internationale Anlagen entlang wirtschaftlicher Realitäten: Bei Aktien orientieren wir uns an der globalen Wirtschaftskraft, bei Obligationen stärker an der Grösse und Tiefe der jeweiligen Kapitalmärkte.
Diese bewusste Entscheidung zugunsten internationaler Anlagen führt zwangsläufig zu Fremdwährungspositionen. Wir verzichten jedoch darauf, diese pauschal gegen Währungsschwankungen abzusichern. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Erstens reduzieren Währungsabsicherungen zwar Schwankungen, sie sind aber mit Kosten verbunden – teils erheblichen, insbesondere bei weniger liquiden Schwellenländerwährungen.
Zweitens werden solche Absicherungsstrategien in der Regel über Devisenderivate umgesetzt. Der Einsatz dieser Instrumente ist in unseren Portfolioverträgen nicht vorgesehen; zudem haben Derivate eine begrenzte Laufzeit und müssen laufend erneuert und angepasst werden. Das macht Hedging in der Praxis zu einem kontinuierlichen Managementprozess mit Timing Risiken – ausgerechnet in einem Umfeld, in dem Absicherungen eigentlich stabilisieren sollten.
Drittens investieren wir häufig über ETFs oder aktiv verwaltete Fonds. Diese Instrumente halten Vermögenswerte in unterschiedlichen Währungen und sichern je nach Produkt einen Teil davon ab – oder eben nicht. Für Drittinvestoren ist die effektive Fremdwährungsexposition oft weder transparent noch zeitnah nachvollziehbar und verändert sich laufend; eine zusätzliche Absicherung auf Portfolioebene ist deshalb vielfach nicht effizient. Bei Einzeltitelanlagen investieren wir zudem überwiegend in global tätige Unternehmen.
Aufgrund ihres Geschäftsmodells relativieren sich Währungsrisiken häufig, weil Einnahmen und Kosten in verschiedenen Währungen anfallen. Und dort, wo Währungsrisiken dennoch relevant sind, gehen wir davon aus, dass Unternehmen diese – gestützt auf konkrete Cashflows und operative Planung – in der Regel gezielter und effizienter steuern können als ein externer Investor. Andernfalls droht zudem eine Duplizierung von Absicherungen, die sich gegenseitig neutralisieren oder im ungünstigsten Fall zu einer Überabsicherung führen.
Genau hier sehen wir ein wesentliches Risiko: Zusätzliche, systematische Absicherungen können ungewollt «überhedgen» und werden – allein aufgrund der nötigen Transaktionen und der laufenden Erneuerung – schnell teuer. Wird die Währungsabsicherung hingegen nur selektiv eingesetzt, besteht umgekehrt die Gefahr, dass sie zum entscheidenden Zeitpunkt nicht aktiv ist und damit wenig nützt. Vor diesem Hintergrund halten wir an unserem Ansatz fest: globale Diversifikation als Grundpfeiler der Portfolios – und Fremdwährungspositionen als bewusst in Kauf genommener Bestandteil dieser Strategie.
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