Venezuela zwischen Hoffnung und Risiko – warum die Märkte gelassen bleiben

Der US-Militäreinsatz in Venezuela und der Machtwechsel in Caracas war der Höhepunkt zum Jahresstart 2026. An den Finanzmärkten blieb eine starke Reaktion bislang jedoch aus.

21. Januar 2026

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Sollte venezolanisches Öl wieder in grösserem Umfang auf den Weltmarkt gelangen, könnte dies Energiepreise dämpfen und damit die Weltwirtschaft sowie Aktienmärkte stützen. (Bild: Adobe Stock (KI))

In Venezuela haben sich die politischen Verhältnisse zuletzt spürbar verändert. Vor allem die USA signalisieren Interesse an einer Neuordnung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen und an einer schrittweisen Öffnung des venezolanischen Ölsektors.

An den Börsen löste diese Entwicklung jedoch keine Schockwellen aus. Der Ölpreis gab nur leicht nach, da ein zusätzliches Angebot aus Venezuela kurzfristig begrenzt bleibt. Gold und Rüstungsaktien konnten zeitweise zulegen – weniger aus Euphorie, sondern als Reflex auf geopolitische Unsicherheiten. Insgesamt dominierten Gelassenheit und selektive Umschichtungen.

Langfristig könnte dennoch Potenzial bestehen: Sollte venezolanisches Öl wieder in grösserem Umfang auf den Weltmarkt gelangen, könnte dies das globale Angebot erhöhen, Energiepreise dämpfen und damit die Weltwirtschaft sowie die Aktienmärkte stützen. Vor allem energieintensive Industrien würden profitieren.

Grafik Ölpreis

Grosse Schwankungen beim Ölpreis WTI bleiben aus ((in USD); Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 16.01.2026)

Dem stehen jedoch erhebliche Risiken gegenüber. Die Infrastruktur des Landes ist in einem miserablen Zustand, ein Grossteil der Förderung betrifft schweres Öl mit hohen Produktionskosten, und zentrale Rechtsfragen – insbesondere rund um ausländische Investitionen und den umstrittenen US-Einsatz – sind ungeklärt. Hinzu kommt die Gefahr anhaltender politischer Unruhen, welche die Planbarkeit erschweren.

Offen bleibt auch, ob und wann US-Ölkonzerne tatsächlich Milliarden in Venezuela investieren werden, wie politisch angekündigt. Solche Projekte benötigen Zeit, rechtliche Klarheit und Sicherheit vor Ort. Klar ist jedoch: Die weltweiten Investitionen in Rüstung und Sicherheit nehmen weiter zu, da viele Staaten ihre strategische Eigenständigkeit stärken wollen – ein Thema, das die Kapitalmärkte wohl noch länger begleiten wird.

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