Politische Börsen bringen oft wenig nachhaltige Kursentwicklungen
«Politische Börsen haben kurze Beine», lautet die Devise an den Finanzmärkten. Das gilt auch für Trump. Er sorgt in erster Linie für Volatilität. Gefragt sind Anlagen mit tiefer Polit-Korrelation.
27. August 2025

«Hersteller von Solarmodulen konnten dank staatlicher Unterstützung kurzfristig ihre Auftragsbücher stark füllen. Doch bereits wenige Quartale später flaute dieser Impuls wieder ab.»
Über weite Teile des Jahres 2025 war es vor allem die Politik, die an den internationalen Finanzmärkten Ausrufezeichen setzte. Besonders die Regierung Trump zeigte sich in den ersten Monaten des Jahres äusserst aktiv. Kaum ein Tag verging in der ersten Jahreshälfte, an dem die Märkte nicht neue Signale aus Washington auf ihre langfristigen Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum oder die Geschäftsmodelle einzelner Unternehmen hin abwägen mussten. Es liegt auf der Hand, dass jeder Politiker Einfluss auf den Gang der Dinge nehmen möchte – das gilt auch für die Mitglieder der US-Regierung um Präsident Trump.
Gleichzeitig ist jedoch festzuhalten, dass die politische Einflussnahme und vor allem die Folgen einzelner Entscheidungen auf Finanzmarktvariablen mehrheitlich nur vorübergehender Natur sind. Das liegt in erster Linie daran, dass viele politische Initiativen im Verlauf des Diskurses wieder relativiert werden. So werden entsprechende Entscheidungen oft weniger heiss gegessen, als sie ursprünglich gekocht wurden. Hinzu kommt, dass politische Impulse von Natur aus sprunghaft und teilweise widersprüchlich sein können – was ihre Wirkung zusätzlich abschwächt.
Politische Impulse für Rüstungsindustrie
Ein anschauliches Beispiel sind zahlreiche Programme zur Förderung nachhaltiger Technologien in Europa und den USA. Hersteller von Solarmodulen konnten dank staatlicher Unterstützung kurzfristig ihre Auftragsbücher stark füllen. Doch bereits wenige Quartale später flaute dieser Impuls wieder ab – just in dem Moment, als viele Anbieter ihre Produktionskapazitäten ausgebaut hatten. Für die Profitabilität war dies eine bittere Entwicklung, noch stärker jedoch trafen die Folgen die Unternehmensbewertungen.
Ähnliches könnte nun auch die Rüstungsindustrie erleben. Zwar handelt es sich hier um etablierte Unternehmen mit langer Tradition, doch auch in diesem Sektor werden politische Impulse häufig überzeichnet.
Medien verstärken Effekte
Unübersehbar ist zudem, dass sich politische Entscheidungsprozesse stark von wirtschaftlichen unterscheiden. Besonders dann, wenn Überzeugungen und Prinzipien statt wirtschaftlicher Rahmenbedingungen den Diskurs bestimmen. Solche politischen Vorstösse wirken auf die Finanzmärkte meist spektakulär und werden medial stark begleitet – doch gerade hier ist Vorsicht geboten. Nicht selten folgen politische Gegenreaktionen, die sich in erhöhter Volatilität niederschlagen.
Mit unseren Anlagen versuchen wir, diesen Unsicherheiten und der damit verbundenen Schwankungsbreite so gut wie möglich auszuweichen. Stattdessen setzen wir auf Investments, die weitgehend ausserhalb politischer Einflussnahme liegen. Diese sind kurzfristig vielleicht weniger spannend, bieten aber mehr Berechenbarkeit und Sicherheit – und tragen so dazu bei, die Erträge unserer Anlagestrategien nachhaltig zu steigern.
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27. August 2025
«Negativzinsen in der Schweiz möglich»
Der Kleinkrieg von US-Präsident Trump mit der US-Notenbank Fed um weitere Zinssenkungen könnte auch Folgen für die Schweiz haben. «Es besteht die Möglichkeit, dass die Schweiz in Negativzinsen eintauchen wird», sagt Reto Huenerwadel, Anlagechef der Hypothekarbank Lenzburg. Die starke Realwirtschaft sei für Aktien aber grundsätzlich positiv.
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