Berichtssaison 2025 – weshalb gut nicht immer reicht
Gute Zahlen sind wahrscheinlich – doch die Erwartungen sind bereits stark gestiegen. Eine breite Diversifikation über Sektoren und Geografie bleibt umso wichtiger.
21. Januar 2026

Die Unternehmen stehen am Start ins 2026. Wir gehen davon aus, dass die Unternehmensergebnisse gut ausfallen werden, auch bei einem anspruchsvollen Umfeld. (Bild: Adobe Stock (KI))
Nach einem für die Aktienmärkte insgesamt positiven Jahr startet die Unternehmensberichtssaison für das Geschäftsjahr 2025 in ein globales Umfeld, das von einer moderaten Konjunkturabkühlung, nachlassendem Inflationsdruck und weiterhin eher restriktiven Finanzierungsbedingungen geprägt ist. Der private Konsum hält sich vielerorts besser als erwartet, gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken und die Kosten- und Arbeitsmarktentwicklung wichtige Unsicherheitsfaktoren.
Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die Ergebnisse der diesjährigen Berichtssaison in der Breite gut ausfallen dürften. Allerdings sind die Gewinnerwartungen in den letzten Quartalen bereits deutlich gestiegen. Gemäss aktuellen Analystenschätzungen werden für das Schlussquartal 2025 bei den Unternehmen im S&P 500 Index mit Wachstumsraten bei Gewinn und Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich gerechnet. Die Messlatte liegt jedoch deutlich höher als noch vor einem Jahr. Folglich gehen wir aktuell davon aus, dass es weniger positive Überraschungen geben dürfte, obwohl das Gewinnniveau weiter steigt.

Total Quartalsgewinne S&P 500 Index (in USD Mia.): Die Quartalsgewinne im S&P 500 Index legen zu, gleichzeitig steigen aber die Gewinnschätzungen weiter an. (Quelle: Zacks Investment Resarch/Grafik: HBL Asset Management; Daten per 16.01.2026)
Sektoral bleibt Technologie der zentrale Treiber. Wir rechnen auch für dieses Jahr mit ansprechenden Gewinnwachstumsraten. Entsprechend dürften Marktteilnehmende darauf achten, ob sich die Dynamik über die «Magnificent 7» hinaus auf den Gesamtmarkt ausweitet. Im Finanzsektor sehen wir eine weiterhin solide Ausgangslage, unterstützt durch stabile Kreditqualität und gute Ertragsbasis. Zyklische Bereiche wie Luftfahrt und ausgewählte Industrie- und Dienstleistungssegmente zeigen Rückenwind, profitieren aber nur dann nachhaltig, wenn die Auftragseingänge 2026 nicht nachlassen. Gegenwind erwarten wir eher bei defensiven Konsumgütern sowie in Teilen von Transport und Auto, wo Margen- und Nachfragedruck zuletzt spürbarer waren.
Die Berichtssaison dürfte grundsätzlich konstruktiv verlaufen, doch die Marktreaktionen werden selektiver. Umso wichtiger bleibt eine breite Diversifikation über Sektoren und Geografie – und wir gehen davon aus, dass sich mit einem aktiven Managementansatz auch weiterhin gezielt gute Akzente setzen lassen.
Artikel teilen
21. Januar 2026
«Wir gehen von gutem Wirtschaftswachstum aus»
USA schwächer, Europa überraschend robust: Was bedeutet das für Aktien und Zinsen 2026? Im Finanzmarkt-Update Januar/Februar ordnet Reto Huenerwadel, Anlagechef des HBL Asset Managements, Konjunktursignale und den Kurs der Zentralbanken ein, erklärt die jüngste Outperformance und gibt einen Ausblick auf Chancen und Risiken.
Abonnieren Sie #hblasset
Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie kostenlos unseren #hblasset Anlageservice für private Investor:innen digital per E-Mail oder als Magazin per Post.
