Wie gross ist zu gross, respektive gross genug
Der Schweizer Regulator feilscht mit der Grossbank UBS an strengeren Eigenkapitalvorschriften.
29. April 2026

Eine der spannenderen wirtschaftlichen Entwicklungen in der Schweiz ist aktuell die Diskussion rund um die Eigenkapitalvorschriften der nunmehr einzig verbliebenen Grossbank UBS. Gerade in den letzten Tagen hat dieses Thema wieder Eingang in die Schweizer Medienlandschaft gefunden. In diesem Zusammenhang hat die Tonalität im Diskurs zwischen dem Regulator in Bern, der UBS aber auch den Medien aus der Schweiz neue Dimensionen erreicht.
Selten wurde eine regulatorische Entscheidung aus Bern mit ähnlicher Heftigkeit diskutiert. Die Positionen sind bezogen und die Flexibilität scheint begrenzt. Auf der einen Seite weist die UBS mit Nachdruck darauf hin, dass ihr im internationalen Vergleich aufgrund der von der Bundesregierung eingeforderten höheren Eigenmittelanforderungen ein grosser Wettbewerbsnachteil entstehe. In diesem Zusammenhang wird denn auch wiederholt auf die grosse volkswirtschaftliche Rolle der in der Schweiz dominierenden Grossbank UBS hingewiesen, respektive der negativen Effekte in der Vergabe von Geldern auf der Aktivseite bei einer massiven Verteuerung der Finanzierung auf der Passivseite.
Vor allem ist es auch der Hinweis, dass die UBS auch auf den internationalen Finanzmärkten als letztes Institut aus der Schweiz, das in der Vergangenheit traditionell bedeutende «Swiss Banking» vertritt und die damit für die Schweiz verbundenen Vorteile aufrechterhalte. Im Umkehrschluss verweist die offizielle Schweiz, dass gerade aufgrund der dominanten Rolle der UBS in der Bankenlandschaft der Schweiz, dieses Institut in der Form von zusätzlichem Eigenkapital besondere Sicherheiten bieten müsse.
Dabei liegt der Fokus des Regulators im Gegensatz zu der Position der UBS nicht ganz überraschend weniger auf dem internationalen Geschäft dieses Instituts. Welche Position auch immer in dieser Debatte vertreten wird lässt sich festhalten, dass die UBS für die Bankenlandschaft der Schweiz eine dominante Rolle einnimmt und vereinzelt Dienstleistungen anbietet, die andere Schweizer Finanzinstitute in dieser Form nicht anbieten können oder wollen. Tatsache ist aber auch, dass die Bank gemessen an allen Vergleichszahlen der Schweiz eine bemerkenswert grosse Bilanzsumme aufweist und damit für die Wirtschaft der Schweiz eine grosse Herausforderung darstellt.
Wünschenswert wäre es, wenn es in dieser Frage über den politischen Diskurs möglichst schnell zu einer Einigung kommen würde. Eine wie auch immer geartete öffentlich geführte Diskussion in dieser Sache hilft dem Vertrauen von Herrn und Frau Schweizer in ihr Finanzsystem und den darin involvierten Finanzinstituten nicht. An dieser Stelle ist nicht ersichtlich, ob und in welchem Ausmass die Auseinandersetzung dieses Themas in der breiten Öffentlichkeit für die Sache zweckdienlich ist. Einmal mehr bleibt zu hoffen, dass ausgerechnet eine weitere – neben den hiesigen Banken – Schweizer Tugend, nämlich der gute Kompromiss, die Lösung in dieser brisanten Angelegenheit herbeiführen kann.
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