Aktivismus und Systematik als besondere Herausforderung beim Investieren

In volatilen Marktsituationen neigen Investierende oft zu nachteiligen Anlageentscheiden. Eine Anlagestrategie sollte man aber nicht an kurzfristigen Kursbewegungen an der Börse ausrichten.

4. März 2026

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«Dabei spricht viel dafür, dass die Investitionen, die grösseren Risiken – auch Ausfallrisiken – ausgesetzt sind, mittel- bis langfristig höhere Renditen versprechen.»

Trotz wenig veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist es zum Teil zu heftigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten gekommen. Während deutlich zweistellige Kursgewinne von Investierenden in der Regel gerne entgegengenommen werden, sind entsprechende Verluste ein deutlich grösseres Problem. In den letzten Tagen ist es zu Kursverlusten im deutlich zweistelligen Bereich gekommen – sei es bei den Edelmetallen oder auch bei einzelnen Aktien.

Es liegt in der Natur der Sache, dass vergleichbare Kursbewegungen erklärt und kommentiert werden müssen. Entsprechend der jeweiligen Positionierung findet sich denn auch immer schnell eine Erklärung für diese Bewegungen.

Wie auch immer diese Erklärungsansätze ausfallen, finden sie sogleich Eingang in die verschiedenen Medien. In welchem Ausmass diese plausibel sind, ist oft eine andere Frage. In den seltensten Fällen wirken diese Kommentare relativierend. Oft führen sie eher zu erhöhter Unsicherheit bei den Investoren.

An langfristigen Überzeugungen festhalten

Gerade bei akzentuierten Kursbewegungen gilt es aber als Investor, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wichtig ist es in diesen Phasen in der Regel an der einmal getroffenen grundsätzlichen Strategie festzuhalten. Nur in den wenigsten Fällen – und wohl eher nicht zu Beginn des Jahres 2026 – kommt es zu neuen Entwicklungen, die das Geschäftsmodell eines Unternehmens oder die Bewertung einer ganzen Anlageklasse grundsätzlich verändern.

In der Folge macht es für das Gros der Investierenden Sinn, gerade in diesen Marktphasen an den langfristigen Anlageüberzeugungen festzuhalten und nicht der Versuchung zu erliegen, aktivistisch kurzfristige Kursbewegungen ausnützen zu wollen. Zu kurzlebig und erratisch sind diese Kursbewegungen, als dass sie systematisch ausgenutzt werden können.

Auch hinsichtlich Risikomanagement ist ein aktivistischer Ansatz selten zielführend. Wer systematisch Risiko in seinem Portfolio reduzieren möchte, sollte dies entweder über die entsprechende strategische Asset Allokation oder über eine sorgfältige Diversifikation seiner Anlagen tun. Ständiges Repositionieren oder aktives Market-Timing der Investitionen hilft in den seltensten Fällen. 

Aktivismus ist teuer

Im Gegenteil: Aktivismus ist teuer und meist werden auf diese Art suboptimale Anlageentscheide getroffen. Investierende sind immer gut beraten, bei ihren Anlageentscheidungen kurzfristigen Kursschwankungen nicht allzu grosse Bedeutung beizumessen und die Anlageportfolios langfristig auszurichten.

Dies gilt gleichermassen für Unternehmensnachrichten, aber auch für sektorale Trends und vor allem auch konjunkturelle Entwicklungen. Dabei spricht viel dafür, dass die Investitionen, die grösseren Risiken – auch Ausfallrisiken – ausgesetzt sind, mittel- bis langfristig höhere Renditen versprechen.

Wäre dies nicht der Fall, könnten für die jeweiligen Anlagen keine Investoren gewonnen werden. In diesem Sinne verspricht traditionelles Risikokapital in Form von Eigenkapital (Aktien) langfristig – trotz teils hoher Kursschwankungen und unabhängig von unterschiedlichen Einflussfaktoren – die höchsten Renditechancen.

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