VP-Bank-CEO: «Ab September bieten wir Hypotheken auch in Singapur an»

Zwar bezeichnet der Chef der Liechtensteinischen VP Bank das Rheintal und die angrenzende Schweiz als den Heimmarkt seines Geldinstituts. Das grosse Wachstum komme aber aus internationalen Märkten, so Alfred Moeckli im Chef-Talk des HBL-WebTVs.

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«Wir haben das Geld für neue Akquisitionen»: Alfred Moeckli, CEO der liechtensteinischen VP Bank. (Bild: HBL-WebTV)

«Liechtenstein, das Rheintal und die angrenzende Schweiz sind unser Heimmarkt, hier sind wir verankert und diese Region ist weiterhin ganz wichtig für uns», sagt Alfred Moeckli, CEO der liechtensteinischen VP Bank, im Chef-Talk mit dem HBL-WebTV. Das grosse Wachstum der an der Schweizer Börse kotierten Gesellschaft komme aber aus international ausgerichteten Märkten wie Zürich, Luxemburg und Asien.

Als liechtensteinisches Unternehmen profitiere die VP Bank dabei von der Zugehörigkeit des Fürstentums Liechtenstein zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Der EWR habe einen Rahmenvertrag mit der Europäischen Union (EU) und damit gälten mit einer gewissen Verzögerung die EU-Gesetze auch für die VP Bank. «Damit dürfen wir als liechtensteinische Bank unsere Bankdienstleistungen im EU-Raum frei anbieten, was Schweizer Banken ja nicht dürfen», so Moeckli im Gespräch.

Die Kehrseite der Medaille sei, dass alle neuen regulatorischen Anforderungen der EU, wie sie etwa das Rahmenwerk Mifid II brächten, gerecht werden müsse. In Liechtenstein hätten die Banken aber einen sehr guten Zusammenhalt untereinander und man würde zusammen Lösungen für die regulatorischen Anforderungen erarbeiten, damit das nicht jedes Institut einzeln machen müsse. «So konnten wir die Gesetze relativ schnell übernehmen», sagt Moeckli.

Neue Kundenberater und Akquisitionen

Massnahmen in zwei unterschiedlichen Bereichen sollen der Bank zu weiterem Wachstum verhelfen. Einerseits würden jedes Jahr durchschnittlich 25 neue Kundenberater eingestellt, andererseits sollen zusätzliche Akquisitionen neuen Schub verleihen. «Wir haben das Geld für neue Akquisitionen und sind auch bereit dafür», so Moeckli. Die Kredit- und Kundenportfolios müssten aber zur Kultur der VP Bank passen.

Auch schon in den letzten Monaten habe die Bank zurück auf einen Wachstumspfad gefunden, nachdem die Altlasten im Zusammenhang mit der Annahme nicht korrekt versteuerter Gelder bereinigt worden seien. Eine der Hauptstossrichtungen sei nun der asiatische Markt, wo man im Produkteportfolio bisher noch gewisse Lücken hatte. Diese seien nun aber geschlossen worden.

«Ab 1. September können wir im Stadtstaat Singapur auf selbstbewohntem Wohneigentum Hypotheken anbieten», sagt Moeckli. Auch die Anlageprodukte habe man angepasst. «Asiatische Kunden sind viel handelsaktiver, sie haben typischerweise gern einen Leverage», sagt Moeckli im Gespräch. Das Hauptthema für europäische Kunden sei Sicherheit, asiatische Kunden dagegen liessen das Geld «schaffen».

Mehr über die Strategie, Kultur und Ausrichtung der liechtensteinischen VP Bank erfahren Sie im ganzen Chef-Talk des HBL-WebTVs mit Alfred Moeckli.