Von der Kunst des nachhaltigen Portfoliomanagements

Wer einen langfristigen Horizont hat, investiert mit Vorteil gestaffelt. Themenanlagen zahlen sich nur aus, wenn sie über mehrere Jahre nicht an Aktualität einbüssen.

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Lockdown-Massnahmen, Social Distancing, Covid-19-Kredite, dysfunktionale Obligationenmärkte und ultra-expansive Zentralbanken – das erste Halbjahr 2020 war ein Härtetest für Anleger. Es hat aber auch die Vorteile risikooptimierter Anlagen bestätigt. So lässt sich festhalten, dass es für jeden Anlegertyp schwierig ist, kurzfristige Bewegungen an den Finanzmärkten erfolgreich auszunützen. In unseren Augen sind Aktieninvestoren im Grundsatz Unternehmer auf Zeit und brauchen deshalb zwingend einen langfristigen Anlagehorizont. Dies gilt vor allem auch bei globalen und weniger unternehmensspezifischen Themen wie der aktuellen Corona-Pandemie.

Die heftigen Kursverluste im März und die Erholung im April haben dies bestätigt. Je höher die Kursverfälle desto heftiger die Kurserholung. Besonders unerfreulich war das Auf und Ab für Investoren, die einen Teil der Korrektur mitgemacht haben, dann ihre Aktienanlagen verkauft haben und erst später wieder an den Finanzmärkten eingestiegen sind. Neben den absoluten Verlusten haben ähnlich strukturierte Portfolios vor allem auch gegenüber den gängigen Leitindizes an Boden verloren. Unabhängig ob passiv oder aktiv investiert, diese Verluste werden über längere Zeit in den Vermögensauszügen ersichtlich sein.

Von den tiefsten Kaufgelegenheiten profitieren

Wer allerdings auch durch die Krise weiter investierte, der profitierte von den Kursgewinnen des zweiten Quartals 2020. In unsicheren Zeiten kann es deshalb durchaus Sinn machen, den Anlageentscheid über die Zeit zu staffeln und in regelmässigen Abständen zu investieren. So kaufen Investoren zwar sowohl Aktien nahe ihrer Höchststände, sie können vor allem aber auch sicherstellen, dass sie von den tiefsten Kaufgelegenheiten profitieren können. Unabdingbar ist aber auch in diesem Fall der langfristige Anlagehorizont bei Aktienanlagen. Es ist dabei nicht die Rede von mehreren Monaten, sondern viel eher von mehreren Jahren.

Vor diesem Hintergrund sind vor allem auch Investitionen in Themenanlagen zu beurteilen. Ein Thema muss über mehrere Jahre aktuell sein. Sonst besteht die Gefahr, dass es sich bei den Anlagethemen verhält wie bei der Mode: Heute wird das Thema heftig diskutiert und bereits innert kürzester Zeit ist das Thema von untergeordnetem Interesse mit den entsprechenden Implikationen auf Finanzanlagen und deren Preise. Im schlimmsten Fall wird das Anlageinstrument aufgelöst und damit die Langfristigkeit einer Aktienanlage ganz grundsätzlich in Frage gestellt. Wir achten darauf, dass wir bei unseren Anlagelösungen all diesen Aspekten Rechnung tragen. Die Kunst liegt im nachhaltigen Portfoliomanagement. Das aktive Kaufen oder Verkaufen von Einzeltiteln gehört nur in ausgewählten Situationen dazu, das Eingehen von grossen Wetten nie.

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