Viel Sonne über den Finanzmärkten

Nach einem schwierigen Abschluss des ersten Halbjahres 2018 gestaltet sich der Beginn der zweiten Jahreshälfte für die Finanzmärkte deutlich freundlicher. Dies liegt weniger an einer wirtschaftlich und politisch wesentlich veränderten Grosswetterlage als viel mehr an erfreulichen Nachrichten der einzelnen Unternehmen.

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Auch die Temperaturen am Finanzmarkt sind deutlich aufgeheizt. (Bild: Adobe Stock)

Was sich bereits in den anhaltenden guten Wirtschaftszahlen abzeichnete, wurde also von den Unternehmenszahlen für das zweite Quartal bestätigt: Die zum Teil ruppig geführten politischen Diskussionen haben bis jetzt nur einen geringen Einfluss auf die eigentlichen Wirtschaftsaktivitäten.

Internationale Geldpolitik

Die Zinspolitiken der verschiedenen Zentralbanken bleiben auch Mitte des Jahres 2018 ein Hort der Stabilität. Die grossen geldpolitischen Überraschungen sich auch in den letzten Wochen und Monaten ausgeblieben.

Entsprechend der Entwicklung der letzten Jahre stellen sich auch Mitte 2018 die Marktteilnehmer die Frage, wie lange die aktuelle Geldpolitik fortgeführt werden könne. Ebenso regelmässig wurden in den letzten Jahren die Erwartungen über restriktivere Geldpolitiken enttäuscht. Vieles deutet daraufhin, dass sich daran auch 2018 wenig ändern dürfte.

Inflation der Schweiz im Steigen begriffen

Die zuletzt veröffentlichte Inflationszahl aus der Schweiz hat mit einem Anstieg um +1.15% über das Jahr den höchsten Wert seit der ersten Hälfte des Jahres 2010 erreicht.

Höhere Preise für Energie und Treibstoffe sind für rund die Hälfte des Preisanstiegs verantwortlich aber auch private Dienstleistungen tragen mit rund einem Drittel zum höheren Preisdruck in der Schweiz bei.

In der Konsequenz ist auch für die kommenden Monate mit leicht erhöhten Werten bei der Inflation der Schweiz zu rechnen.

Risikoprämien für Obligationen auf dem Rückzug

Nachdem die Risikoprämien für Obligationen anfangs des Jahres historische Tiefststände erreicht haben, verzeichnen diese in der Folge permanent höhere Werte. In unterschiedlichem Ausmass hat der Anstieg der Risikoprämien alle wichtigen Obligationenkategorien erfasst.

Besonders augenfällig ist diese Entwicklung bei den Obligationen der Schwellenländer respektive der hochverzinslichen Unternehmensanleihen. Bei diesen beiden Kreditkategorien haben sich die Risikoprämien substantiell um rund ein Drittel erhöht.

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