US-Notenbank Fed stoppt den Wertschriftenverkauf

Die Fed legt eine Pause in der Normalisierung der Geldpolitik ein und will dem Wirtschaftskreislauf im Moment kein weiteres Geld entziehen. Das hat Signalwirkung.

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US-Notenbankchef Jerome H. Powell hat bekannt gegeben, dass die amerikanische Zentralbank ihre Bilanz nicht weiter reduzieren werde. (Bild: Federal Reserve via Flickr)

Im Endeffekt geht es bei jeder geldpolitischen Entscheidung einer Zentralbank um die Frage, ob der jeweiligen Volkswirtschaft mehr oder weniger Geld zur Verfügung gestellt wird. In der Vergangenheit wurde diese zusätzliche Liquidität über Zinssatzsenkungen erreicht.

Seit der Finanzmarktkrise sind die verschiedenen Zentralbanken vermehrt auch direkt an den Finanzmärkten aufgetreten. Sie stellen über Investitionen den Finanzmarktakteuren Geld zur Verfügung und kaufen Wertschriften, die sie in die eigenen Bilanzen aufnehmen. Der Gesamtumfang der Bilanzsumme der Zentralbanken bestimmt also den Grad der Expansivität einer Zentralbank.

Die Bilanzsummen der wichtigsten Zentralbanken in den jeweiligen Landeswährungen: Alle Zentralbanken stellen den Volkswirtschaften mehr Geld zur Verfügung. (Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis/Grafik: HBL Asset Management.)

Nachdem zuletzt auch die US-Fed bekannt gegeben hat, dass sie ihre Bilanz nicht weiter reduzieren werde, sind die Zentralbanken der meist gehandelten Währungen allesamt wieder dazu übergegangen, den jeweiligen Märkten mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Bemerkenswert ist dabei insbesondere die Tatsache, dass auch im letzten Jahr 2018 die EZB und die Bank of Japan (BoJ) der Wirtschaft beständig mehr Geld zugeführt haben.