Schweiter-Technologies-CEO: «Der Verkauf hat emotional wehgetan»

Vor über hundert Jahren hat der Gründervater von Schweiter Technologies mit der Erfindung des horizontalen Spindelwechsels den Markt für Textilmaschinen erobert. Vor kurzem hat Schweiter das Textilmaschinengeschäft nun verkauft. Damit sei ein Teil der Identität veräussert worden, sagt der heutige Unternehmenschef Heinz Baumgartner im Interview mit dem HBL-WebTV.

454
Schweiter Technologies Heinz Baumgartner
Seit mehr als zwanzig Jahren bei Schweiter Technologies: CEO Heinz Baumgartner. (Bild: HBL-WebTV)

Das Schweizer Technologieunternehmen Schweiter Technologies hat vor kurzem den Verkauf seines Geschäftsbereichs mit Textilmaschinen an den Winterthurer Rieter-Konzern bekannt gegeben. Im Gespräch mit dem HBL-WebTV sagt Schweiter-CEO Heinz Baumgartner, die Veräusserung sei rational richtig gewesen, habe aber emotional wehgetan.

«Das Textilmaschinengeschäft war die Identität von Schweiter, mit der alles angefangen hat», so Baumgartner im HBL-WebTV. Aber da Schweiter vor der Devestition mehr als 90 Prozent des Umsatzes in der zweiten Unternehmenseinheit Verbundwerkstoffe getätigt habe, sei der Verkauf der Textilsparte der richtige Schritt gewesen. Zudem sei man zur Ansicht gekommen, dass Rieter für die unter SSM signierende Textilmaschinen-Division der bessere Eigentümer sei.

«Wir prüfen alle unsere Transaktionen nach dem Best-Owner-Prinzip und sind zum Schluss gekommen, dass SSM besser ins Portfolio von Rieter passt», so Baumgartner im Gespräch. Heute sei Schweiter ein Unternehmen, das mit dem Brand 3A Composites nur noch im Bereich Verbundwerkstoffe mit den Divisionen Kernmaterialien, Architektur, Display sowie Transport und Industrie tätig ist. «Wir sind überzeugt, dass wir in diesen Bereichen genügend Möglichkeiten für organisches und akquisitorisches Wachstum haben», so Baumgartner weiter.

Intelligente Fassaden und digitale Bildherstellung

Die Digitalisierung betreffe Schweiter Technologies in der Logistik wie in der Produkteentwicklung und man würde ihr eine entsprechend hohe Priorität beimessen. «Im Bereich Architektur geht es zum Beispiel um die sogenannt intelligente Fassade», so Baumgartner.

So könnten Häuserfassaden durch den Einsatz von Sensoren in Zukunft Klima- und Witterungsbedingungen messen und die Hausbelüftung und -klimatisierung im Innern der Gebäude darauf abstimmen. «Wir forschen und arbeiten in diesem Bereich mit Fachhochschulen und Instituten zusammen», sagt der Schweiter-CEO im Gespräch.

Im Displaybereich werden Platten für Werbung und Kommunikation hergestellt. Hier gehe es darum, dass man die Qualität der Bilder, die heute mit der Digitalisierung machbar seien, eins zu eins wiedergeben könne.

Welche Elemente der Geschäftsstrategie Baumgartner für den Erfolg eines Unternehmens als zentral erachtet, sagt er im ganzen Videointerview, das jetzt auf dem Youtube-Kanal der Hypothekarbank Lenzburg abrufbar ist.