Saron statt Libor: Der SNB-Leitzins orientiert sich an ganz kurzfristigen Geldmarktsätzen

Der gesicherte Eintageszins Saron ist liquider und neutraler als der von den Grossbanken fixierte, ungesicherte Dreimonatszinssatz Libor.

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Nach der notwendigen Anpassung dieses Zielwertes, führt die SNB den neuen Leitzins Saron ein. (Bild: SNB)

Anlässlich der jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekannt gegeben, dass sie neu den SNB-Leitzins einführt. Das bis dahin verwendete Zielband wird damit durch einen einzigen Leitzinssatz ersetzt. Der SNB-Leitzins orientiert sich an ganz kurzfristigen besicherten Geldmarktsätzen. Abgebildet werden diese durch die Swiss Average Rate Overnight – oder kurz: Saron.

Der neue Leitzins Saron kann von der SNB viel unmittelbarer anvisiert werden als der bisherige Leitzins Libor. (Quelle: Bloomberg/Grafik: HBL Asset Management)

Da die britische Finanzmarktaufsicht die Berechnung des Libor ab 2021 nicht mehr sicherstellt, wurde eine Anpassung dieses Zielwertes notwendig. Ein wesentlicher Vorteil des SNB-Leitzinses ist, dass dieser viel unmittelbarer von der SNB anvisiert werden kann. In der Vergangenheit hat sich gerade während der Finanzmarktkrise herausgestellt, dass am Geldmarkt die Differenz zwischen Zinsgeschäften mit einer Laufzeit von einem Tag und einer Laufzeit von drei Monaten gross und volatil sein kann. Bei der Einführung im Juni 2019 lag der SNB-Leitzins bei minus 0,75 Prozent und entsprach damit dem Mittelwert des bis dahin verwendeten Libor-Zielbandes.

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