Immobilienmarkt Schweiz: Trotz hoher Leerstände keine Preiskorrektur

Die Leerwohnungsziffer in der Schweiz ist so hoch wie 1998 nicht mehr. Trotzdem ist vorerst nicht mit sinkenden Immobilienpreisen zu rechnen.

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Leere Wohnungen: Die Leerstandsquote ist in den letzten Jahren stark angestiegen. (Bild: Adobe Stock)

Der Anlagenotstand vieler Investoren und die anhaltend tiefen Zinsen in der Schweiz hinterlassen zunehmend auch Spuren auf dem hiesigen Immobilienmarkt. So haben sich in den letzten Jahren die von Banken gesprochenen Hypotheken beständig weiter erhöht und sind in lediglich 10 Jahren um bemerkenswerte 25% angestiegen.

Dabei hat der Zuwachs der Hypothekarschulden in der Schweiz den Anstieg der Wirtschaftskraft auch in den letzten Jahren deutlich übertroffen. Die Folge ist ein im Jahr 2019 deutlich höherer Verschuldungsgrad der Schweiz. Während ein Teil dieser Entwicklung auf die gestiegene Attraktivität des Eigenheims zurückgeführt werden kann, ist es dennoch eine Zeitreihe, welche die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch in den kommenden Monaten genau beobachten wird.

Leerstandsquote und Zinsumfeld im Vergleich

Im Unterschied zu den späten 90er-Jahren notieren die Zinsen heute im negativen Bereich. Dies relativiert die hohe Leerstandsquote. (Quelle: Bundesamt für Statistik, SNB/Grafik: HBL Asset Management)

Für eine Beurteilung der Situation auf dem Immobilienmarkt Schweiz ist ebenfalls festzuhalten, dass die Leerstandsquote in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Mit 1.66% hat diese einen der höchsten Werte der letzten 40 Jahre erreicht. Nur in den späten 90er-Jahren verzeichnete die Leerstandsquote in der Schweiz höhere Werte. Für eine Beurteilung dieser Grösse ist allerdings zu berücksichtigen, dass – ganz im Unterschied zur Situation Ende der 90er Jahre – die aktuell historisch tiefen Zinsen und der bereits beschriebene Anlagenotstand die Problematik leerstehender Immobilien relativiert. Diese Entwicklung spricht denn auch nicht für eine baldige und deutliche Korrektur der Immobilienpreise.

Bemerkenswert sind auch die regionalen Unterschiede. Während beispielsweise in den urbanen Zentren Zürich, Genf und Basel die Leerstandsquote bei rund 1% oder weniger steht, beträgt der vergleichbare Wert im Kanton Solothurn deutlich höhere 3.4%. Im schweizerischen Durchschnitt ebenfalls erhöhte Leerstandsquoten weisen die Kantone Thurgau (2.65%) und Aargau (2.59%) auf.

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