Höhenflug: SMI knackte 10‘000-Punkte-Marke

In den letzten Tagen vermochte der Swiss Market Index (SMI) zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 10‘000 Indexpunkten zu übertreffen.

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Vieles deutet daraufhin, dass die aktuellen Aktienbewertungen nicht das Endziel einer Reise sind und noch höhere Kurse drin liegen. (Bild: lassedesignen/Adobe Stock)

Das Erreichen der 10‘000-Punkte-Marke war ein toller Meilenstein für den bedeutendsten Aktienindex der Schweiz. Für viele Anleger ist dies ein guter Zeitpunkt, um eine Pause einzulegen, das Erreichte zu reflektieren und sich allenfalls neue Ziele zu setzen.

Aufgrund des jüngsten Höhenflugs wird verschiedentlich gewarnt, dass der Swiss Market Index (SMI) Gefahr läuft, zu überhitzen und dass jetzt mit Aktienanlagen erhöhte Vorsicht angezeigt sei. Wir teilen diese Einschätzung nur bedingt. Natürlich besteht bei Aktienanlagen aus verschiedensten Gründen immer die Möglichkeit von Kurskorrekturen, nur das Ausmass und der genaue Zeitpunkt dieser Anpassung ist unklar.

Höhere Kurse liegen drin

Vieles deutet daraufhin, dass die aktuellen Aktienbewertungen nicht das Endziel einer Reise sind, sondern eher ein Marschhalt auf dem Weg zu höheren Kursen darstellen. So handeln von den 20 im SMI enthaltenen Aktien lediglich drei auf oder in unmittelbarer Nähe ihrer historischen Höchststände. Dass ausgerechnet Nestlé, eine der drei mit Abstand wichtigsten Aktien des SMI, zuletzt wiederholt neue Höchststände erreichte, hilft bereits die Kursentwicklung des SMI zu relativieren.

Kommt hinzu, dass der SMI mit einem Wert von 10‘000 Punkten zwar eine psychologisch wichtige Marke erreicht hat, dies aber lediglich die Summe der Entwicklungen von einzelnen Unternehmen und deren Geschäftsmodellen ist. Es ist also schwierig aus einem erreichten Indexniveau auf die Bewertung der einzelnen Aktien zu schliessen. Auch angesichts der beständig wachsenden Weltwirtschaft ist es unerlässlich, dass Aktienindizes permanent steigen. Dass die Anleger in SMI-Titeln daran nicht so gewöhnt sind, ist in erster Linie der Struktur dieses Index mit den drei Index-Schwergewichten – Nestlé, Roche und Novartis – geschuldet. Im Verlaufe der letzten Jahre hat sich denn auch der SMI im Vergleich zu anderen Aktienindizes wie dem Dow Jones eher unterdurchschnittlich entwickelt.

Geldpolitik bleibt expansiv

Die Tatsache, dass ein Aktienindex oder eine ganze Anlageklasse auf Höchstständen notiert, ist jedoch weniger bemerkenswert, als die Tatsache, dass dies gleichzeitig in den drei wichtigsten Anlageklassen – Aktien, Obligationen und Immobilien – der Fall ist.
Es ist die Kombination aus einer mehr oder weniger günstigen Entwicklung der Konjunktur und einer expansiven Geldpolitik, die für diese Entwicklung verantwortlich gemacht werden kann. Zwischen und innerhalb dieser drei Anlageklassen müssen aber die Renditemöglichkeiten und Risiken analysiert werden.

Aufgrund der in Aussicht gestellten Dividenden, bleiben Anlagen in Aktien weiterhin besonders attraktiv. Obligationen, besonders diejenigen mit dem Franken als Basiswährung, weisen zwar Rekordbewertungen auf, diese führen aber zu Zinsniveaus, die immer tiefer in den negativen Bereich sinken. Aber auch in vielen anderen Volkswirtschaften rentieren Obligationen in der Zwischenzeit negativ.

Wer hätte beispielsweise noch vor fünf Jahren gedacht, dass fünfjährige Staatsanleihen aus Spanien oder Portugal negative Renditen aufweisen? Vor diesem Hintergrund macht es also durchaus Sinn, auch auf den aktuellen Niveaus der Börsen an einem gut diversifizierten Aktienportfolio festzuhalten. Zumindest seitens der Geldpolitik ist nicht unmittelbar mit Gegensteuer zu rechnen. Im Gegenteil: Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Entwicklung der Handelsstreitereien der USA mit dem Rest der Welt und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft, bleibt die Geldpolitik der Zentralbanken weiterhin expansiv oder wird sogar noch weiter gelockert.

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