Balanceakte für Anleger

Nach dem Dezember-Crash vollführte die Börse im ersten Monat 2019 einen Kurssprung nach oben. Das Umfeld bleibt anspruchsvoll, der Ausblick positiv.

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Rauf und runter: Anleger mit akrobatischem Talent sind auf dem Börsenparkett derzeit im Vorteil. (Bild: Unsplash, Jörg Angeli)

Für Anleger brachte das Jahr 2018 viel Verdruss. Besonders unerfreulich war dabei, dass die Schlusskurse vieler Aktienindizes gleichzeitig auch deren Jahrestiefstkursen entsprachen. Ganz anders stellt sich dagegen die Situation für Anleger zu Beginn des neuen Jahres dar. Die Aktienbörsen konnten in den ersten Wochen des Jahres 2019 deutliche Kursgewinne erzielen. Ein weiteres Mal hat sich dabei bewahrheitet, dass Gegenbewegungen an den Aktienmärkten unvermittelt und heftig ausfallen können. Innert weniger Tage konnten viele Aktien einen guten Teil der zum Ende des Jahres 2018 erzielten Kursverluste zurückgewinnen.

Vieles deutet aktuell darauf hin, dass die Kursbewegungen zum Ende des letzten Jahres eine Folge von technischen Faktoren waren. Diese haben in den letzten Handelstagen 2018 zu Übertreibungen geführt. In dünnen Märkten haben sich die Kursverluste vieler Aktien akzentuiert und eine regelrechte negative Preisspirale in Gang gesetzt. Die Kombination von enttäuschten Erwartungen und illiquiden Märkten wogen schwer auf den Aktienkursen. Dieser Entwicklung konnte sich keine Anlagekategorie entziehen.

WEF in Davos sorgt für negative Schlagzeilen

Neben den technischen Faktoren gibt es aber auch immer wieder warnende Stimmen. Deshalb ist die Vorsicht vieler Anleger zum Jahresbeginn 2019 weiterhin mit den Händen greifbar. Speziell am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos dominierten Mitte Januar zumeist negative Schlagzeilen. Oft werden in diesem Zusammenhang die politischen Unsicherheiten thematisiert. Zu den bereits sattsam bekannten Themen des Brexit, des Handelskrieges zwischen den USA und China gesellte sich zuletzt die Sorge um die Regierungsblockade in den USA. Keiner der aufgezählten Problemkreise wurde in den letzten Tagen endgültig gelöst. Es besteht deshalb die Gefahr, dass sie schon bald wieder an Einfluss gewinnen.

Die Frage stellt sich, ob es aber auch Gründe gibt, positiv ins neue Jahr zu schauen? Wir sind überzeugt davon: Die Konjunkturindikatoren verharren auf weiterhin guten Werten. Dies gilt insbesondere für die Situation auf dem Arbeitsmarkt. So verharren die Arbeitslosenraten nahe ihrer historischen Tiefststände. Somit ist der bedeutendste Treiber für das Weltwirtschaftswachstum auch für 2019 über weite Teile sichergestellt. Der private Konsum in den USA dürfte in den kommenden Monaten einen wichtigen Wachstumsanker bilden.

Schulden steigen weniger stark als Einkommen

Verschiedentlich wird neben einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik vor allem auf die steigende Verschuldung in vielen Ländern hingewiesen. Es ist in der Tat so, dass die Schulden absolut weiter zunehmen und immer neue Höchststände erreichen. Dabei wird aber zu oft vergessen, dass dies eben auch für die Wirtschaftskraft der verschiedenen Länder gilt. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass beispielsweise die Schulden der privaten Haushalte in den wichtigsten Volkwirtschaften im Verhältnis zu den verfügbaren Einkommen nicht gestiegen, sondern ganz im Gegenteil gefallen sind. In Kombination mit den anhaltend tiefen Zinsen bedeutet dies, dass die Haushalte immer weniger Geld ausgeben müssen um ihre Schulden zu bedienen. Zu guter Letzt sind auch die Energiepreise wieder ins Rutschen geraten. Auch dies sorgt für Entlastung im Portemonnaie der Konsumenten.

Es lässt sich also festhalten, dass zum Jahresbeginn 2019 für viele Haushalte die finanzielle Situation sowohl einnahmen- aber auch ausgabenseitig erfreulich darstellt. Vergleichbar ist die Situation bei vielen Unternehmen. Die angelaufene Berichtssaison entspricht denn auch im Grossen und Ganzen den Erwartungen der Investoren.

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